Unruhe im Revier

Aus fr Verpressung K+S stellt Entsorgungskonzept vor Von PHILIPP LING Waldhessen. Es war eine ereignisreiche Woche im Kalirevier: Mit de

Aus fr Verpressung K+S stellt Entsorgungskonzept vor

Von PHILIPP LING

Waldhessen. Es war eine ereignisreiche Woche im Kalirevier: Mit den am Montag bekannt gewordenen Ergebnissen einer Probebohrung bei Gerstungen droht das Aus fr die Verpressung von Salzlauge in den Untergrund. Die Messergebnisse zeigen nmlich, dass die in dem Plattendolomit verpresste Lauge doch austritt. Thringens Umweltminister Stefan Baldus erteilte daher allen Bestrebungen der K+S AG, wenigstens bergangsweise dort weitere Versenkungen durchzufhren, zunchst einmal eine klare Absage.

Auch der Runde Tisch Gewsserschutz Werra/Weser und Kaliproduktion, der sich am Mittwoch zu einer auerordentlichen Sitzung traf, befasste sich mit den neuen Befunden sowie mit dem von derK+S bereits im Oktober vorgestellten Manahmenpakets zur Verringerung der Rckstnde. 360 Millionen Euro will der Konzern investieren, um die Salzabwsser bis 2015 zu halbieren.

Der Runde Tisch begrte das Manahmenpaket, kritiserte jedoch das Vorgehen von K+S, den RundenTisch im Vorfeld nicht einbezogen zu haben. Auerdem mssten mit dem absehbaren Versenkungs-Stopp in Thringen und Hessen auch die bisher versenkten Mengen jetzt in die berlegungen einbezogen werden, so der Leiter des Runden Tisches, Prof. Dr. Hans Brinckmann. Insgesamt war die Resonanz auf den Vorsto von K+S jedoch positiv.

Wir sind auf einem guten Weg, der jetzt auch von allen Beteiligten beschritten werden muss, resmierte auch Elisabeth Apel, die an der Sitzung des Runden Tisches teilgenommen hatte. hnlich uerte sich Jrg Althoff von den Grnen: Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, dem weitere folgen mssen. Einig sind sich beide auch darin, dass die zugesicherten Investitionen seitens der K+S nichtvon der Ertragslage des Konzerns abhngig gemacht werden drften.

Scharfe Kritik bte Apel in diesem Zusammenhang jedoch am Koalitionsvertrag von SPD und Grnen. Die dort festgeschriebene Verwandlung der Werra in ein naturnahes Gewsser bis 2020 sei eine Aufkndigung des Konsenses der Landtagsfraktionen aus dem Jahr 2007. Dort nmlich heit es ab 2020. Die Grnen, die sich im Wahlkampf als Retter der Kali-Industrie aufgespielt htten, gefhrdeten damit deren Fortbestand und damit 4.000 Arbeitspltze, so die CDU-Politikerin.

Das weist Althoff als reine Propaganda zurck und nimmt stattdessen fr die Grnen in Anspruch, diese Verschrfung habe K+S zum Handeln bewegt: Vorher hie es immer das geht nicht. Jetzt auf einmal werden sie aktiv und innerhalb von acht Tagen wird so ein Paket geschnrt.  Entscheidend sei aber fr die Grnen nach wie vor die Arbeit des Runden Tisches, wo ein fr alle Beteiligten tragfhiger Kompromiss gefunden werden soll.

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ZWISCHENRUF

Von PHILIPP LING

Die Politik in Hessen ist zur Zeit ein schnellebiges Geschft. Kaum eine Woche nach dem geplatzten Machtwechsel hat im Kalirevier offenbar bereits der Wahlkampf begonnen.

Der rot-grne Wortbruch geht weiter, schimpft Elisabeth Apel mit Verweis auf den Koalitionsvertrag, polarisierende Propaganda im typischen Koch-Stil, pariert Jrg Althoff.

Dabei sind ihre Positionen in der Sache gar nicht so weit voneinander entfernt. Niemand will ernsthaft die Kali-Industrie zugunsten eines irrealen Naturidylls opfern oder, so das andere Extrem, K+S erlauben, unter Verweis auf die wertvollen Arbeitspltze das Werratal in eine Salzwste zu verwandeln. Dass ein Kompromiss zwischen den Interessen des Konzerns und denen der Umwelt, respektive der Anwohner erzielt werden muss, ist allen Beteiligten klar. Doch im Wahlkampf, so scheint es, muss sich jetzt jeder wieder zum alleinigen Beschtzer des Kali-Bergbaus und der Umwelt gleichermaen aufschwingen,um dem anderen Einseitigkeit, und Voreingenommenheit vorwerfen zu knnen. Derlei abwegige Anschuldigungen werden wir in nchster Zeit also wohl noch hufiger hren. Ob der Whler sie wirklich hren will?

Zum Glck ist aber ein Ende in Sicht, denn nach dem 18. Januar wird man wohl wieder vernnftig miteinander reden knnen, damit auch zuknftig ein fairer Ausgleich zwischen kologischen Anforderungen, konomischen Interessen und sozialen Verpflichtungen gewahrt werden kann. Das brigens ist kein Zitat von Apel oder Althoff (obwohl beide es auch so hnlich formuliert haben), sondern von Norbert Steiner, dem Vorstandsvorsitzenden von K+S. Man sieht, es sind sich tatschlich alle irgendwie einig

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Regt sich Widerstand, droht man sofort mit der Vernichtung hunderter Arbeitspltze..." meint Leser Hans-Karl Schfer aus Wildeck. Den kompletten Leserbrief finden Sie HIER

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