Urteil zum Fall eines versuchten Totschlages in Bad Hersfeld

Nach über einem Jahr seit der Tat wurde nun das Urteil für den 43 Jahre alten Angeklagten verkündet.

Bad Hersfeld. In dem heutigen Fortsetzungstermin vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Fulda ist das Urteil verkündet worden. Das Gericht hat den 43 Jahre alten Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten verurteilt und zusätzlich die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Sowohl die Strafe als auch die Maßregel der Besserung und Sicherung wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme stand zur Überzeugung der Kammer fest, dass der Angeklagte den Geschädigten am 25. Februar 2016 in der gemeinsam mit diesem bewohnten Wohnung in Bad Hersfeld angriff und ihm zunächst mit einen wuchtigen Faustschlag in das Gesicht die Nase brach. Sodann drückte der Angeklagte den Geschädigten gegen die Wand und würgte ihn hierbei so heftig, dass dieser in Atemnot geriet und unter Todesangst litt. Nachdem der Angeklagte vom Geschädigten abgelassen hatte, flüchtete dieser durch ein Fenster auf ein an die Wohnung angrenzendes Werbeschild, um von dort auf die Straße zu gelangen. Dass der Angeklagte bei dem Angriff mit Tötungsvorsatz handelte, vermochte die Kammer nicht festzustellen. Hintergrund der Tat war nach den Feststellungen der Kammer eine wahnhafte Störung des Angeklagten, infolge derer er davon ausging, das Opfer habe ihm mehrfach etwas in Essen und Getränke getan, um ihn zu schädigen und zu vergiften.

Die Kammer erlegte dem Angeklagten unter anderem auf, seine Krankheit ambulant behandeln zu lassen und die insoweit erforderliche Medikation zu nehmen.

Die Kammer folgte mit dem Urteil im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Die Verteidigung hatte auf Freispruch wegen Schuldunfähigkeit plädiert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Nebenklage und Verteidigung steht das Rechtsmittel der Revision zu.

Rubriklistenbild: © MEV-Verlag, Germany

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