Bundeskanzlerin besuchte Vacha

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„Miteinander reden, ist immer besser als Hass und Krieg“, ist sich Bundeskanzlerin Merkel sicher, die über Terror, Flüchtlinge, aber auch ländliche Regionen und das Ehrenamt in Vacha sprach.

Vacha. Rund 2.000 Vächer und Besucher der geschichtsträchtigen Stadt kamen am Donnerstagnachmittag zum Marktplatz, um die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel hautnah zu erleben. Zuvor startete bereits eine NPD-Demo gegen die Kanzlerin am anderen Ende des Marktplatzes, die jedoch weniger aktive Besucher anlockte – von der Lautstärke her aber dennoch über den Platz hinweg zu hören war, wenn die K+S-Bergmannskapelle eine Pause zwischen den Liedern machte.

Bevor die Kanzlerin mit dem Helikopter landete und die Brücke der Einheit in Richtung Marktplatz überquerte, bekam Bürgermeister Martin Müller das Wort, der den Zuhörern unter anderem seinen Lieblingsort in der Stadt verriet: Das Rathaus.

Beim Weg durch die Menschenmassen bis zur Bühne gab es reichlich stehenden Applaus für Merkel. Mike Möhring, Landesvorsitzender der CDU Thüringen, begrüßte sie dann mit einer kurzen Rede, bevor sie zum Podium schritt. Ebenso wie Möhring bemerkte sie die Schreie im Hintergrund, die oft „Lügner“ und „Merkel muss weg“ riefen, dankte aber der Möglichkeit, in dieser Art und Weise die eigene Meinung äußern zu dürfen. Später ergänzte MdB Christian Hirte, „vor 27 Jahren wäre das noch nicht möglich gewesen“, und weiter, „noch nie ging es Deutschland besser als aktuell“. Kritischer wurde Merkel, als sie das Thema Flüchtlinge ansprach: „Mein Dank gilt den Menschen, die anderen in Not geholfen und angepackt haben, nicht wie die da hinten“, mit Blick auf die negativen Ausrufe im Hintergrund. Weiter gab sie zu bedenken, „niemand verlässt leichtfertig seine Heimat“. Weiter bestärkt sie ihr Interesse, Hilfe vor Ort zu leisten, damit eine Flucht erst gar nicht notwendig wird.

Besonders zwei Punkte an Deutschland gefallen der Kanzlerin sehr. Einerseits ist es ein Land mit einer Hymne, aber dennoch ganz vielseitig. „Heimat heißt, sich von anderen zu unterscheiden. Die Vielfalt macht stark. Wir haben gemischte Wurzeln und darauf bin ich stolz“, so Merkel. Zum anderen ist sie auf das Ehrenamt stolz und hebt vor allem den Einsatz der zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren hervor: „Es gibt gerade mal 100 Berufsfeuerwehren in Deutschland. Der gesamte Rest wird freiwillig gestemmt.“ In ihrer Rede hob sie auch den ländlichen Raum hervor. Es sollen gleiche Bedingungen für alle Bürger herrschen, egal, ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben. Da rückt auch das Thema Internet in den Fokus. Müller gibt sich mit dem Ausbau in Vacha zufrieden, worauf die Kanzlerin scherzhaft erwidert, „bei mir in Vorpommern müssen wir noch was tun“.

Desweiteren will sie ‘Made in Germany’ mit gutem Klang und guten Produkten besetzen. Wirtschaft und Ökologie müssen im Einklang funktionieren. Kleine und mittlere Einkommen sollen entlastet werden, damit mehr Netto vom Brutto bleibt. Pflegekräfte bezeichnet Merkel als „stille Helden der Gesellschaft“, und ergänzt, „man muss sich auf ein Renten- und Gesundheitssystem verlassen können“. „Außerdem dürfen wir nicht zu Lasten zukünftiger Generationen planen“, bestärkt die Kanzlerin ihre Politik.

In Bezug auf den Terror in der Welt sieht Merkel die Lösung darin, als Einheit dem entgegenzustehen und kritisiert damit Großbritanniens Entscheidung, die EU zu verlassen. „Der IS und Terror allgemein können nur bekämpft werden, wenn international zusammengearbeitet wird. Zusammenarbeit in Europa ist manchmal mühselig und dauert lange. Aber Europa ist ein Friedenswerk und wir können stolz darauf sein, ein Leben in Frieden zu stärken“, und die Bundeskanzlerin gibt weiter zu bedenken, „miteinander zu reden ist immer besser als Hass und Krieg.“

Abschließend erwähnt die Bundeskanzlerin: „In einem Monat ist Wahl. Einmal in vier Jahren können Sie mitentscheiden. Jeder sollte für sich selbst überlegen, was die beste Partei für sich ist. In jedem Fall würde ich mich freuen, wieder Ihr Vertrauen zu bekommen.“

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