Mehr Verkehrsunfälle im Kreis: Überdurchschnittlich viel Wild auf den Straßen

Kriminaldirektor Rainer Neusüß (v.li.), Polizeihauptkommissar Jochen Schmidt, Polizeipräsident Günther Voß, Polizeihauptkommissar Peter Lippert und Polizeihauptkommissar Thomas Jungk präsentieren den Flyer zur Aktion MAX. Foto: Buschky

Verkehrsbericht 2016: 111 mehr Verkehrsunfälle als im Vorjahr, Anstieg von Unfällen mit Senioren und Wildunfällen.

Bad Hersfeld. Im letzten Jahr gab es im Kreis Hersfeld-Rotenburg mit insgesamt 2.548 Verkehrsunfällen 111 Unfälle mehr als in 2015, verkündete Kriminaldirektor Rainer Neusüß am Dienstag auf der Pressekonferenz zum Verkehrsbericht 2016. „Dieser Anstieg ist hauptsächlich der Häufung an Wildunfällen zuzuschreiben“, so Neusüß weiter. Da Waldhessen eine relativ ländliche Region sei, könne sich das Wild gut vermehren und das Risiko an Verkehrsunfällen mit Wild könne steigen. Insgesamt seien es 648 Wildunfälle im Kreis gewesen.

Schwer verletzt wurden bei den Verkehrsunfällen insgesamt 107 Personen, Unfalltote gab es zwei im Kreis. Die häufigste Unfallursache bei Unfällen mit Senioren, bei denen Personen verletzt wurden, waren Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren oder das Nichtbeachten der Vorfahrt. Unfälle aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit waren am häufigsten bei jungen Fahrern zu verzeichnen. Das Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes führte in allen Altersklassen ebenfalls oft zu Verkehrsunfällen.

Die größte Risikogruppe für Verkehrsunfälle seien noch immer junge Fahrer im Alter von 18 bis 25. Hier kam es im vergangenen Jahr zu 511 Verkehrsunfällen. Mit 504 Unfällen (27 mehr als in 2015) gehören aber auch Senioren im Alter von 65 bis 74 Jahren sowie über 75 gehören zu den größeren Risikogruppen. „Bei Senioren kann man nicht pauschal sagen, wann die Eigenschaften, die zum Autofahren nötig sind, beeinträchtigt werden. Deshalb ist es schwierig, eine erneute Fahrprüfung ab einem bestimmten Alter festzulegen“, erklärt Neusüß. Die Verkehrspräventionsaktion „MAXimal mobil bleiben – mit Verantwortung“ des Polizeipräsidiums Osthessens soll Senioren vermitteln, wie maximale Mobilität bei größtmöglicher Verkehrssicherheit verantwortungsvoll zu erreichen ist. Die Aktion MAX soll Senioren über das richtige beziehungsweise sichere Verhalten im Straßenverkehr informieren, die Bereitschaft erhöhen , an verkehrsbezogenen Gesundheitsprüfungen teilzunehmen, zu Fortbildungsmaßnahmen motivieren und die Nutzung von Sicherheitsausstattung empfehlen. „Wir hoffen mit der Aktion MAX die Verkehrsunfälle mit Senioren, insbesondere mit schweren Folgen, zu reduzieren“, so Neusüß.

Auch die Unfallzahl für motorisierte Zweiräder ist etwas angestiegen. Bei ihnen sind die Hauptunfallursachen die Geschwindigkeit, der Abstand und das Überholen. Auch für diese Sparte gibt es eine präventive Aktion: „Verkehrssicher in Hessen 2016-2018“. Am Samstag, 29. April, werden im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Bereich der Landstraßen Enforcement-Trailer – mobile Mess-einheiten – aufgestellt, die motorisierte Zweiradfahrer vom Rasen abhalten sollen.

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