Verrückte Kuriositäten an Ostern: Stadtführung in Bad Hersfeld

Wie schon bei der ersten „Kuriositäten-Führung“ führte auch am Ostersonntag der Weg zum „Wasser der Minderbrüber“ in de Schulhof der „Konrad-Duden-Schule“, wo Stadtführer Michael Adam (Mitte) die Geschichte erläuterte. Foto: nh

50 begeisterte Gäste nahmen am Ostersonntag an einer ganz besonderen Stadtführung teil

Bad Hersfeld. „Eine tolle Führung, ein sehr schöner Nachmittag“ – so lautete das Fazit Vieler der 50 Teilnehmer einer „Kuriositäten-Führung“, die die Kurverwaltung an Ostersonntag angeboten hatte. Stadtführer Michael Adam zeigte während eines zweistündigen Rundgangs kaum beachtete Besonderheiten und häufig übersehene Kuriositäten und etliche der 50 Teilnehmer der Tour erlebten einige „Aha-Effekte“.

Los ging es am „Park des Dichters und Denkers“, dem Schillerplatz, dessen Geschichte Adam erzählte „bis zum heutigen trostlosen Rest“. Dann zeigte er das älteste Fensterkreuz der Stadt in der Kemenate hinter „Göbels Bäckerei“ in der Klausstraße. Weiter ging es zu den „Insignien der Geld-Kunden“ am heutigen VR-Bankverein-Gebäude, das 1929 errichtet worden war.

In der Rosmaringasse berichtete der Stadtführer über die „Hübschlerinnen“, die dort dem vermeintlich „ältesten Gewerbe der Welt“ nachgingen. Das Mückenstürmer-Denkmal am Fernmeldeamt hatten zwar viele Bürger schon mal gesehen, erkannten es aber erst bei diesem Besuch, der dann zum „Wasser der Minderbrüder“ in den Schulhof der heutigen „Konrad-Duden-Schule“ führte, deren Geschichte Adam erzählte.

Nach der Präsentation der ältesten Uhr der Stadt an der Stadtkirche erzählte Adam eine grausige Geschichte aus dem 30jährigen Krieg und den zwei „Ketzern“, die hingerichtet wurden und deren Köpfe in den Fensterbögen des Stadtkirchturms unter der Süduhr zu sehen sind. Am „Sprechenden Stein“ klärte Adam über ein frühneuzeitliches Sprichwort auf und führte die Gruppe sodann zum Blauen Haus. Dort im Giebel ist die „Allegorie des Denkens nach der Katastrophe“ zu besichtigen, ebenso ein Kunstwerk des Essener Künstlers Herbert Lungwitz, wie der im Inselblock zwischen Markt und Linggplatz heute auf der Südseite zu besichtigende „Ganztags-Leser“. Durch die älteste gepflasterte Straße der Stadt ging es dann abschließend zum „Haus des vaterländischen Frauenvereins“, dem heutigen Jugendhaus, dessen wechselhafte Geschichte Adam erzählte.

Beim abschließenden Ostereier-Likör aus einem Waffel-Schnapsstamper klärte er auch den „April-Scherz“ auf: Falsch waren die „Köpfe der Ketzer“, bei denen es sich tatsächlich um sogenannte „Neid-Köpfe“ handelt, Fratzen zur Abwehr von Dämonen und Bösem. Im Herbst, so Adam, wird es eine weitere „Kuriositäten-Führung“ geben mit etlichen neuen Stationen.

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