Vielseitiger Charakter: Andrés Mendez im Strandkorb-Geplauder

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Andrés Mendez im Gespräch mit KA-Redakteur Philipp Ling.

im Strandkorb spricht Andrés Mendez über seine Rollen in "Shakespeare in Love" und "Nipple Jesus"

Bad Hersfeld. Die Festspiel-Saison ist in vollem Gange. In dieser Woche hat Andrés Mendez in unserem Strandkorb Platz genommen. Er ist bereits zum dritten Mal im Ensemble der Bad Hersfelder Festspiele vertreten. „Ich finde das Besondere an Bad Hersfeld ist die Atmosphäre, auf der Bühne wie auch drumherum.“ Trotz des großen Ensembles gehe es sehr familiär zu: „Hier entstehen Freundschaften und Kontakte, die man pflegen möchte.“ Für Mendez war von Anfang an war klar: „Ich wollte nie einen normalen Beruf machen, sondern etwas Künstlerisches.“ Angefangen hat er mit Rap-Musik - „mäßig erfolgreich“, wie er sagt. Als er begann, auch eigene Musikvideos zu drehen, entdeckte er seine Begeisterung für die Schauspielerei. Es dauerte noch einige Jahre, bis er schließlich an der Schauspielschule in Wiesbaden angenommen wurde und seine klassische Ausbildung erhielt. Außer auf der Bühne arbeitet er gerne als Synchronsprecher - das wollte er schon immer machen, erzählt er. Denn: „Am Mikrofon spielt man alles aus, auch Gestik und Mimik - so kommt die Tiefe zustande.“ Zu Beginn sprach er vor allem für Videospiele, aber er will sich nicht auf ein Genre oder bestimmte Rollen festlegen lassen. „Ich spreche aber sehr gerne Bösewichte und laute Rollen“, verrät er. Seit der vergangenen Saison spielt er in „Shakespeare in Love“ drei kleinere Rollen. Neben dem Henchman Frees und dem Wächter Catling spielt er den Schauspieler Peter. Hier glänzt er im Stück-im-Stück als Tybalt mit seiner Fechtkunst. „Das ist schon anstrengend und erfordert einige Ausdauer – gerade wenn man diese Duelle jeden Abend macht“, berichtet er. Intensive Vorbereitungen sind dafür notwendig, wenn im Schaukampf der Degen manchmal nur haarscharf am Körper vorbeigeht. „Aber wenn die Choreografie steht, ist es wie ein Tanz.“ Das wäre freilich ohne Fechtmeister Klaus Figge, den die Schauspieler liebevoll „Meister Yoda“ nennen, nicht möglich.

In diesem Jahr stellt Mendez sich außerdem einer besonderen Herausforderung: Dem Ein-Personen-Stück „Nipple Jesus“ von Nick Hornby. In dem etwa einstündigen Monolog verkörpert er Dave, der vom Türsteher zum Museumswächter wechselte und nun ein umstrittenes Kunstwerk – den pornografischen „Nipple Jesus“ – bewachen muss. Ohne Schauspielerkollegen und auch mit wenig Aktionen und Requisiten ist das Stück ganz auf den Text fokussiert: „Die Entwicklung findet textlich und gedanklich statt. Aber aufgrund seiner Ausführungen kann ich mich gut in den Charakter hineinversetzen – obwohl wir sehr unterschiedlich sind.“ Denn Dave ist eher ein Prolet, in der täglichen Konfrontation mit dem Kunstwerk beginnt er aber, sich selbst zu hinterfragen. „Für ihn ist das erst mal nicht in Ordnung: Kunst und Pornografie - das gehört nicht zusammen. Doch er beginnt, darüber nachzudenken und sich selbst eine Meinung zu bilden“, berichtet Mendez. Mit den Proben ist er sehr zufrieden – der Text sei sehr eingängig und Regisseurin Bettina Wilts lasse ihm viel Freiraum. Den oft humorvollen Text alleine auf der Bühne zu präsentieren, „das hat für mich etwas von einem Stand-up-Programm, obwohl ich ja kein Comedian bin und es immer noch Theater ist; wenn die Menschen lauthals lachen, ist das das Beste, was passieren kann.“ Auf jeden Fall sei es eine unterhaltsame Komödie, die auch eine gewisse Botschaft vermittelt. „Es ist natürlich absolut schwarzer, englischer Humor - das ganze Stück ist wie das Kunstwerk kontrovers. Aber ich denke, dass viele Zuschauer mit einem Lächeln hinausgehen werden.“ Auf jeden Fall ist er gespannt, wie das Stück in Bad Hersfeld angenommen wird.

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