Volkes Stimmung gegen den Intendanten

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Bad Hersfeld. Ein Kommentar von Redakteur Philipp Ling zu den Ergebnissen des Bürgerdialogs.

Zu den heute vorgestellten Ergebnissen des Bürgerdialogs ein Kommentar von Philipp Ling.

Zunächst ein Lob: Grundsätzlich ist die Idee, mit dem "Bürgerdialog" für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung zu sorgen, sehr löblich. Dass die Beteiligung angesichts der sehr kurzfristigen Umsetzung gering sein würde, war abzusehen, doch die Vielzahl ernsthafter Antworten spricht dafür, dass die Bürger diese Form der Beteiligung wertschätzen. Und diejenigen, die es nicht tun, können sich erst einmal nicht beschweren, schließlich hätte ja jeder mitmachen können.

Bedenklich allerdings stimmen die Aussagen zum Aufreger-Thema Festspiele. Befeuert durch die vorangegangenen Debatten steht die Beteiligung in diesem Bereich im geradezu umgekehrten Verhältnis zum Nutzen: Gerade einmal vier Prozent des Haushaltdefizits decken die Kosteneinsparungen ab, aber über 90 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben hierzu eine Wertung ab. Es scheint ganz so, als müsste hier jeder eine Meinung haben. Das wäre an für sich nicht zu kritisieren, würde sich hier nicht fortsetzen, was in dem vorangegangenen politischen Ränkespiel vorgegeben worden war: Lippenbekenntnisse zu "unseren" Festspielen allerorten, aber kosten soll es doch bitteschön nichts. Fehling liest daraus natürlich ein überwältigendes Votum für seinen Standpunkt heraus. Man kann es aber auch anders betrachten, nämlich dass die Festspiele bei den Hersfelder Bürgern doch keine so große Wertschätzung genießen.

Da bahnt sich die Gefahr an, dass der Bürgermeister, jetzt durch das Bürgervotum gestärkt, gleich noch einmal verschärft die Konfrontation sucht – ein denkbar ungünstiges Vorzeichen angesichts der Tatsache, dass das leidige Thema immer noch einer möglichst einvernehmlichen Klärung bedarf. Besser wäre es gewesen, dem Impuls zu widerstehen, eine gute Idee für dieses hochemotionale Thema zu instrumentalisieren (zumal dem Empiriker in mir die Suggestivität der Fragestellung nicht verborgen geblieben ist: "Der Intendant fordert..." hebt noch einmal die Personalisierung des Konflikts eindrücklich hervor, ganz im Gegensatz zu den neutralen Formulierungen der übrigen Fragen).

Fehling sei geraten, sich von dem nicht-repräsentativen Ergebnis nicht zu weit mitreißen zu lassen.

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