Vorerst keine Versenkerlaubnis bei K+S: Kumpel bangen weiter

+

Die Überprüfungen durch das RP Kassel sollen auch über den 30.11. hinaus andauern.

Heringen. Die Kali-Kumpel in der Region müssen weiter bangen: Wie das Unternehmen K+S jetzt mitteilte, dauert die Bearbeitung des Versenkantrags durch das Regierungspräsidium Kassel über den 30. November hinaus an. Dem Düngemittelhersteller, der tief in der Region verankert ist, bleibt für die Entsorgung von Abwässern ab ­Dezember also vorerst nur noch die Einleitung in die Werra. Diese Art der Entsorgung sei  aufgrund der großen Abfallmenge von der Wasserführung des Flusses abhängig, heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns. ­Kritisch werde es zum ­Beispiel, wenn der Wasserspiegel niedrig sei. "Die Kaliproduktion in Hessen und Thüringen ist dadurch in wenigen Tagen möglicherweise nur noch ­eingeschränkt gewährleistet", sagt Dr. Ralf Diekmann, ­Geschäftsführer der K+S Kali GmbH.

Anfang April hatte K+S die Verlängerung der Versenkerlaubnis beantragt. Bis eine Entscheidung getroffen ist, muss eine Übergangsregelung gefunden werden. Auch eine solche prüft das Regierungspräsidium Kassel derzeit. Der zu prüfenden Übergangsregelung komme eine entscheidende Bedeutung zu – gerade im Hinblick auf die Fortführung der Kaliproduktion. Dass sie aber die beantragte Versenkerlaubnis nicht ersetze, macht Diekmann deutlich: "Wir können auf diesen Entsorgungsweg bis zur Fertigstellung der Ergänzungsfernleitung an die Oberweser nicht verzichten. Wichtig ist, dass die Versenkung nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird." Man müsse ein klares Signal an die Mitarbeiter des hessisch-thüringischen Kalireviers ­setzen, so Diekmann.

Dreidimensionales Modell

Bestandteil des Antrags zur Fortsetzung der Versenkung ist ein von K+S und Fachbüros entwickeltes 3D-Grundwassermodell. Es bildet auf einer Fläche von rund 1.200 Quadratkilometern den Zustand des Grundwassers bis zu ­einer Tiefe von etwa 1.300 ­Metern ab.

Ziel soll sein, für ­unterschiedliche Zeiträume Aussagen über den Verbleib des Salzwassers im Sandstein-Untergrund sowie ­genaue Prognosen über künftige Entwicklungen abgeben zu können. So sollen nachteilige Auswirkungen durch die Versenkungen auf das Trinkwasser ausgeschlossen werden – schon im Vorfeld.

+++ EXTRA INFO: 3.000 Seiten Entwurf +++

Mit mehr als 3.000 Seiten umfassenden Unterlagen hatte K+S beantragt, bis Ende 2021 pro Jahr bis zu zwei Millionen Kubikmeter im Erdreich versenken zu können. Bisher lag dieser Wert bei 4,5 Millionen Kubikmeter. Der Antrag umfasste Fachgutachten und Stellungnahmen, zum Beispiel zum Schutz des Grund- und Trinkwassers. Für die Versenkungen sollen künftig nur noch die Bohrungen am Standort Hattorf genutzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

44 bestätigte Corona-Fälle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Darüber hinaus sind in der Zwischenzeit 46 weitere Personen aus der häuslichen Absonderung entlassen worden.
44 bestätigte Corona-Fälle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Pkw-Fahrerin aus Bebra schrammt an geparktem Auto vorbei: 5.000 Euro Schaden

Am Mittwoch (25. März 2020), gegen 21.25 Uhr, befuhr eine Pkw-Fahrerin aus Bebra die Bundesstraße 83 aus Richtung Bebra kommend in Richtung Rotenburg.
Pkw-Fahrerin aus Bebra schrammt an geparktem Auto vorbei: 5.000 Euro Schaden

Zwei Verletzte nach Rückwärtsfahrt eines LKW in Bebra

Laut Polizeibericht ist ein Lkw-Fahrer aus Neustadt (Hessen) am Mittwoch (25. März 2020), gegen 12.30 Uhr, rückwärts aus einer Ausfahrt in die Eisenacher Straße, um auf …
Zwei Verletzte nach Rückwärtsfahrt eines LKW in Bebra

Zahl der Corona-Infektionen steigt auf insgesamt 39

Gleichzeitig konnten insgesamt 24 weitere Personen aus der Quarantäne entlassen werden.
Zahl der Corona-Infektionen steigt auf insgesamt 39

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.