"Wake-Up-Traveller": Nie wieder die Haltestelle verschlafen

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Nils Dippel (v.l.), Sophia Ebert, Regina Merbach, Theresa Liebisch und Annika Pankratz von DevelopApp.

Innovative App: Schüler aus Bebra sind beim Wettbewerb „Jugend gründet“ erfolgreich.

Bebra. Jeder Pendler kann bestätigen: Im Zug ein kleines Nickerchen machen ist immer etwas Schönes. Doch wenn man beim Aufwachen merkt, dass man bereits viele Kilometer von der gewünschten Haltestelle entfernt ist, dann kann die Laune ganz schnell kippen. So passierte es auch dem 18-jährigen Nils Dippel aus Bebra im letzten Herbst. Doch obwohl das Ereignis für ihn erstmal nicht so begeisternd war, hat es ihn doch auf eine Idee gebracht, die ihm mit seinem Team „DevelopApp“ zu bundesweitem Erfolg beim Wettbewerb „Jugend gründet“ verhelfen sollte. Der Hauptpreis dieses Wettbewerbs ist eine Reise ins Gründerparadies Silicon Valley. Darauf hoffen auch Regina Merbach, Theresa Liebisch, Sophia Ebert, Annika Pankratz und Nils Dippel von den Beruflichen Schulen Bebra. Die Idee der Zwölftklässler: Eine App, die den Reisenden über ein Fitnessarmband weckt, wenn er sich der Haltestelle nähert. Das mag auf den ersten Gedanken klingen wie ein Wecker. Doch Nils Dippel klärt auf: „Über einen Pulsmesser am Fitnessarmband erkennt die App, wann die Person schläft. Die Software weiß also, wann ein Wecken vor der Haltestelle nötig ist und ist damit anpassungsfähiger als ein Wecker“, so der 18-Jährige.

Für nur einen Euro soll man sich die „Wake-Up-Traveller“-App kaufen können, die kurz vor dem gewünschten Ziel je nach Wunsch vibriert oder ein Geräusch macht und somit das sichere Reisen ermöglicht. Voraussetzung ist allerdings ein Fitnessarmband. „Das kann aber auch das Billigste sein, es muss nur den Puls messen können und eine Bluetooth-Funktion haben“, sagt Dippel. Nachdem also aufgrund der persönlichen Erfahrung des Schülers eine Idee gefunden war, ging es an die Ausarbeitung des Businessplanes, der alle Elemente für eine Unternehmensgründung enthalten soll. „Wir haben den Businessplan aufgeteilt und die Stärken der Gruppenmitglieder genutzt“, erklärt Theresa Liebisch. Und Regina Merbach fügt hinzu: „Am Ende haben wir dann alles zusammen besprochen und noch ein paar Sachen ergänzt“. Obwohl am Anfang, wie die Schüler zugeben, niemand aus der Gruppe wirklich motiviert war, ging es dann nach der Ideenfindung gut voran: „Es hat Spaß gemacht, die Idee so weiterzuentwickeln“, berichtet Liebisch. Auch von verständnislosen Mitschülern und schwereren Aspekten wie Nachhaltigkeit oder Finanzplanung ließen sie sich nicht aufhalten – und hatten schließlich Erfolg: Als eines der besten Teams wurden sie nach der ersten Phase des Wettbewerbs gewählt. Damit waren sie zu einem Pitch-Event nach Leipzig eingeladen, was aber zu großem Bedauern der Bebraer abgesagt werden musste. „Die Proben für die Präsentation waren schon lustig“, blickt Regina Merbach dennoch lachend zurück. Während der gesamten Zeit wurden sie von ihren Familien unterstützt und schätzen es sehr, dass sie viele neue Erfahrungen sammeln konnten.

Die Frage, ob sie ihre Geschäftsidee einmal in ein Unternehmen umwandeln wollen, konnten die Schüler noch nicht genau beantworten. Erst einmal standen die Abiturprüfungen im Vordergrund – und die zweite Phase von Jugend gründet. Denn hier müssen die 18-Jährigen in einer Online-Simulation ein virtuelles Unternehmen für die ersten acht Jahre leiten. Gelingt ihnen das gut, haben sie die Chance, als eines der besten zehn Teams beim digitalen Finale im Juni den Hauptpreis abzuräumen. „Wir wollen natürlich so gut wie möglich abschneiden“, sagt Theresa Liebisch. Und wer weiß, vielleicht hilft ja in ein paar Jahren der „Wake-Up-Traveller“ dem ein oder anderen Pendler, die Haltestelle nicht mehr zu verschlafen. Den Grundstein dafür haben die fünf Schüler aus Bebra auf jeden Fall schon gelegt.

Text: Konrad Schröter

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