Waldhessische Grüne kritisieren Entwurf des neuen Hessischen Waldgesetzes: „Ist absolut untauglich!“

Waldhessen. Unkonkrete Formulierungen im Gesetzentwurf für das neue Hessische Waldgesetz haben eine Diskussion entfacht, die in die Medien getragen u

Waldhessen. Unkonkrete Formulierungen im Gesetzentwurf für das neue Hessische Waldgesetz haben eine Diskussion entfacht, die in die Medien getragen und von Falschaussagen und Übertreibungen geprägt ist. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen setzte sich auf seiner Kreismitgliederversammlung ausführlich mit dem Entwurf auseinander.

"Das Problem ist, dass unklare Formulierungen in der Gesetzesvorlage Waldbesitzern künftig Spielraum lassen, unerwünschte Besucherinnen und Besucher aus ihren Wäldern zu verbannen", betont Vorstandsvorsitzende Sabine Grünwald.

Bei den Staatswäldern sehen die Grünen keine Probleme, befürchten aber mögliche Konflikte mit Privatwaldbesitzern, denen die Möglichkeit gegeben wird, die "Beeinträchtigung des betroffenen Waldgebiets" (s.§15 (4)) zu ihren Gunsten auszulegen. Dann könnten z.B. auch Schulklassen des Waldes verwiesen werden. Das dürfe keinesfalls passieren. Der Wald als Allgemeingut müsse auch in Zukunft allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich sein.

Daraus kann allerdings eine Teilgruppe der Mountainbiker, die Downhiller und Freerider, jedenfalls nicht in Anspruch nehmen, im Wald überall und zu jeder Zeit ohne Rücksicht auf die Lebensgemeinschaft Wald und andere Waldnutzer ihren Sport auf sogenannten Single Trails ausüben zu können.

Ein positives Beispiel ist hier übrigens der Johannesberg, wo in Absprache mit der Forstverwaltung ein "Downhill Parcours" eingerichtet wurde.

Natürlich müsse ein neues Gesetz den geänderten Freizeitaktivitäten Rechnung tragen und rücksichtsloses Verhalten bei Extremsportarten im Wald unterbinden. Insbesondere Motocross- und Quadfahrer verhalten sich rücksichtslos und haben keine Fahrrechte im Wald!  Die Festlegung einer Mindestwegebreite im Wald, die sich an einem nicht geländegängigen, zweispurigen Kraftfahrzeug orientiert, halten die Grünen für sehr unglücklich. Angemessener wäre eine Breite von 1,80 Metern, die Radfahrern das Überholen ermöglicht.

Bei allen Diskussionen dürfe jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Schäden, die durch Mountainbiker oder Reiter verursacht werden, in keinerlei Verhältnis zu den Bodenschäden stehen, die Holzerntemaschinen bei entsprechender Witterungslage anrichten.

Weitaus wichtiger in der Diskussion um die Novellierung des Hessischen Waldgesetzes ist, laut Aussage von Jörg Althoff, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Kreistag, die Wiederherstellung eines effektiven Bannwaldschutzes gerade im Rhein-Main-Gebiet, ein besonderer Schutz der alten über 180-jährigen Buchenbestände in Verbindung mit der Gewährleistung einer natürlichen Waldentwicklung auf zehn Prozent der Staatswaldfläche sowie ein Verbot von Holzerntearbeiten in den Brut- und Setzzeiten, wie es von jedem Kleingärtner erwartet wird.

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Ältere Artikel zum Thema:

Zu wild im Wald? Waldrecht: Entwurf für neues Gesetz sorgt für Zündstoff (vom 29. Juli 2012)

Jäger Hemmenstädt: "Habe selten soviel Unsinn gelesen! Der Wald ist nichts für Sporttreibende" (vom 30. Juli 2012)

Biking im Wald… "Hemmenstädts Leserbrief ist an Borniertheit und Ahnungslosigkeit nicht zu überbieten" (vom 6. August 2012)

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