Warten für mehr Sicherheit

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Durch die neue Ampel müssen einige Wartezeiten in Kauf genommen werden.

Die neue Ampel in der Friedloser Straße ist nicht sehr beliebt bei Autofahrern.

Bad Hersfeld - Seit Mitte Januar gibt es an der Kreuzung Friedloser Straße/Bahnhofstraße eine Ampelregelung. Doch in der Wahrnehmung vieler Verkehrsteilnehmer hat dies nicht gerade zu einer Verbesserung der Situation beigetragen. Im Gespräch mit dem Kreisanzeiger erläutert Matthias Müller, der zuständige Verkehrsdezernent von Hessen mobil, die Hintergründe für die Einrichtung der Ampel. Ausgangslage für die Planung einer Ampelanlage war, dass an dieser Stelle eine Unfallhäufung festgestellt wurde. Wegen der unübersichtlichen Verkehrsführung kam es hier immer wieder zu riskanten Fahrmanövern. 2013 wurden 13 Unfälle in elf Monaten registriert. In diesem Fall gibt es klare Regelungen, dass eine entsprechende Änderung der Verkehrsregelung vorzunehmen ist, um Unfälle zu vermeiden. Nach eingehender Prüfung war klar, dass für einen Kreisverkehr – die optimale Lösung – der Platz an dieser Stelle nicht ausreichte. Es kam also nur eine Ampel-Lösung in Frage. Die Vorbereitungen für die Errichtung einer Ampelanalge sind umfangreich. Zunächst wurde durch das beauftragte Verkehrsplanungsbüro in einer Untersuchung das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich erfasst. Diese Erkenntnisse flossen in die Steuerung der Ampelschaltung ein, so dass beispielsweise Stoßzeiten berücksichtigt werden. Entgegen der Wahrnehmung vieler Verkehrsteilnehmer ist die Ampel verkehrsgesteuert – sogenannte Festzeitlösungen mit starrer Schaltung gibt es heutzutage gar nicht mehr. Die Ampel registriert die anfahrenden Fahrzeuge und gibt demenstprechend den Verkehr frei. Sofern auf den Nebenstraßen keine Fahrzeuge anfahren, ist die Durchfahrt auf der Friedloser-/Bahnhofstraße grün geschaltet. Allerdings gibt es durch die Berücksichtigung des Verkehrs aus den Nebenstraßen nun natürlich für die Fahrer auf der Vorfahrtsstraße nun häufiger Wartezeiten – dafür müssen sich allerdings auch die einfahrenden Fahrzeuge nicht mehr in den fließenden Verkehr hineinschlängeln. Es ist zu erwarten, dass sich der Verkehrsfluss noch weiter normalisiert. Beim Einbiegen aus der Weverstraße fahren beispielsweise viele Autofahrer immer noch etwas zögerlich an, da diese Stelle zuvor sehr unübersichtlich und gefährlich war. Eine „grüne Welle“ zur nächstgelegenen Ampel an der Dippelstraße gibt es allerdings nicht, was hier besonders auffällt, liegen die beiden Ampeln doch nicht weit auseinander. Allerdings hätte die Koordinierung der Ampelzeiten laut den Untersuchungen die Wartezeiten eher verlängert, da die Ampeln dann mit der „grünen Welle“ auf dem Stadtring koordiniert werden müssten. Hinzu kommt, dass in der Ampelschaltung natürlich alle Verkehrsströme berücksichtigt werden müssen. Das betrifft vor allem Fußgänger und Radfahrer, für die hier neue Überwege geschaffen wurden. Dabei gibt es entsprechende „Räumzeiten“ zu berücksichtigen, in denen die Ampel rot zeigt, den Fußgängern aber noch Zeit eingeräumt werden muss, um die begonnene Überquerung der Straße abzuschließen, wobei auch bewegungseingeschränkte Fußgänger berücksichtigt werden müssen. Das bedeutet tatsächlich für die Autofahrer zusätzliche Wartezeit, die möglicherweise als verkehrshemmend und überflüssig empfunden wird. Allerdings bedeutet es auch mehr Sicherheit für die sonst eher benachteiligten Verkehrsteilnehmer, und hier war es der Stadt ein Anliegen, diese auch mit der neuen Verkehrsregelung zu berücksichtigen. Und dabei geht die Sicherheit nun einmal vor. Dies alles optimal unter einen Hut zu bringen, ist auch für die Verkehrsexperten nicht leicht. Eine Feinjustierung ist aber noch möglich – und diese gehört auch zum Vertrag mit der Stadt, wie Müller betont. Derzeit führt Hessen mobil weitere Untersuchungen durch, wie die Verkehrsregelung noch weiter optimiert werden kann. So konnte bei den vorangegangenen Untersuchungen beispielsweise das Verkehrsaufkommen in der Wilhelm-Wever-Straße, das durch die Schichtwechsel am Klinikum entsteht, noch nicht erfasst werden. Dieses Problem soll mit weiteren Anpassungen in Zukunft abgemildert werden. Ob man aber eine Lösung findet, mit der alle rundum zufrieden sein werden, ist fraglich.

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