„Was geblieben ist, gleicht einem Schlachtfeld“ - Mieterin verlässt ihre Wohnung Hals über Kopf 

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Ärger gibt es derzeit im Bad Hersfelder Ortsteil Kalkobes: Dort soll Mieterin Petra Weber eine Wohnung völlig verwüstet haben. Der Mieter, Gerhard Lipphardt, bleibt nun laut seinen Aussagen auf hohen Kosten sitzen. Weber selbst sieht den Fall anders, sie sei von einem Nachbarn bedrängt worden und sei das Opfer.

Bad Hersfeld. Nicht nur Corona sorgt im Bad Hersfelder Ortsteil Kalkobes für mächtig Ärger: Zwischen Vermieter Gerhard Lipphardt und seiner Ex-Mieterin Petra Weber hat es ordentlich gekracht. Er behauptet, sie sei ein Messie. Sie bestreitet die Vorwürfe vehement und sieht sich selbst als Opfer. Gerhard Lipphardt hatte anfangs ein gutes Verhältnis zu Petra Weber, die im Herbst 2018 eine Wohnung in seinem Elternhaus in Kalkobes mietete. Sie habe während der Wohnungsbesichtigung einen seriösen und zuvorkommenden Eindruck gemacht. Zweifel, der alleinstehenden Frau die Wohnung zu vermieten, habe er daher nicht gehabt. „Zu Beginn war alles prima, Frau Weber hat auch zu jeder Zeit die Miete gezahlt. Doch schließlich kam es vermehrt zu Beschwerden seitens der Nachbarn“. Ein unangenehmer Geruch habe sich wenige Monate nach dem Einzug der neuen Mieterin im Hausflur bemerkbar gemacht. Der penetrante Gestank sei aus Webers Wohnung gekommen und habe den Hausfrieden nachhaltig gestört. „Die anderen Mieter beklagten sich vermehrt bei mir – auch weil ein Kind im Haus lebt“, erzählt Lipphardt im KA-Gespräch.

Auch bei der Mülltrennung habe es Probleme gegeben. Der Müll sei willkürlich und völlig chaotisch getrennt worden. Doch damit nicht genug: „Plötzlich hat Frau Weber angefangen, ein Pizzamobil zu betreiben und später sogar in der dreckigen Wohnung die Pizzen gebacken“. Außerdem behauptet Lipp-hardt, Weber habe das Pizzagewerbe ohne jegliche Genehmigung geführt, denn dass das alles unter gesundheitsrechtlichen Bestimmungen und hygienischen Standards erfolgt sei, kann sich der Vermieter nicht vorstellen. Für ein Gastronomiegewerbe braucht man eine vom Gesundheitsamt erteilte Erlaubnisse und Unbedenklichkeitsbescheinigungen. „Wäre die Wohnung offiziell als angemeldetes Gewerbe genutzt worden, hätte ich das als Vermieter wohl als erstes erfahren“, so Lipphardt.

Bei dem Gedanken an die verunreinigte Wohnung läuft dem Vermieter ein kalter Schauer, gepaart von Ekel und Abscheu, über den Rücken: „Ich habe so etwas in meinem gesamten Leben noch nicht gesehen. Jeder Raum war von oben bis unten versifft“. Die Wohnung wurde sogar unmittelbar vor Webers Einzug renoviert und modern hergerichtet. „Was von alledem geblieben ist, gleicht einem Schlachtfeld“. Der Fußboden sei mit Madenwürmern versehen gewesen, eine Ladung Pizzateig sei verschimmelt über das Parkett gequollen und die einst weiße Toilette sei übersäht von Fäkalien. „Der Gestank und der Anblick haben mich angeekelt. Ich konnte nur mit Schutzanzug und Maske in die Wohnung“, sagt der Waldhesse.

Petra Weber sieht den Fall anders. Auf KA-Nachfrage erzählt die Ex-Mieterin, dass sie die Wohnung aus Angst Hals über Kopf verlassen habe und aufgrund dessen nicht aufräumen konnte: „Mein Nachbar hat mich im Keller körperlich bedrängt, da habe ich mich bedroht gefült. Deswegen habe ich dann auch überwiegend im Auto geschlafen“. Weber sei nur dann kurz in die Wohnung zurückgekehrt, wenn sie sich sicher gefühlt habe: „Die Wohnung habe ich wenn überhaupt erst spät am Abend betreten. In der Zeit in der ich dort war, habe ich die Klingel abgestellt und so getan, als wäre ich nicht da“. Auch der Vorwurf, dass sie keine Genehmigung für ihren Pizzadienst gehabt haben soll, sei gelogen: „Ich habe das Gewerbe mit einer offizielle Genehmigung geführt“. Weber behauptet zudem mit Nachdruck: „Ich bin kein Messie, der Müll in der Wohnung liegen lässt. Die Unordnung hat sich durch die ‚Hals über Kopf‘-Aktion entwickelt“. Am Ende steht es Aussage gegen Aussage. Gerhard Lipphardt bleibt nun auf hohen Kosten sitzen – Petra Weber, die wohl nie wieder zurück in ihr ehemals trautes Heim zurückkehren wird, hat sich bei ihrem ehemaligen Vermieter nie wieder gemeldet.

Dass beide Parteien wieder friedlich zueinander finden, ist unwahrscheinlich.

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