Wedel weiter Thema Nr. 1

Intendant Dieter Wedel. Foto:Archiv

Zu den Vorwürfen gegen den Festspiel-Intendanten melden sich auch kritische Stimmen zu Wort. 

Bad Hersfeld.  Nachdem in der vergangenen Woche ein Artikel im „Zeit“-Magazin veröffentlicht wurde, in dem mehrere Frauen Dieter Wedel sexuelle Übergriffe vorwerfen, steht der Festspiel-Intendant im Fokus der Aufmerksamkeit. Dabei melden sich aber auch zunehmend kritische Stimmen, die vor einer vorschnellen Verurteilung des Regisseurs und Intendanten warnen.

Insbesondere Rechts- und Medienexperten kritisieren die Berichterstattung als einseitig. Wedel werde damit ohne strafrechtlichen Hintergrund diskreditiert. Juristisch stehe mit den eidesstattlichen Erklärungen der Betroffenen und Wedel Aussage gegen Aussage, und da die Vorwürfe verjährt sind, ist eine weitere strafrechtliche Aufarbeitung kaum mehr möglich. Obendrein ist fraglich, ob sich die Sachverhalte nach über 20 Jahren überhaupt noch aufklären ließen. Deshalb warnte die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger vor einer Vorverurteilung Wedels; auch für ihn habe die Unschuldsvermutung zu gelten. „Wenn man Menschen an einen Pranger stellt, macht man sie kaputt. Dem dürfen auch die Medien keinen Vorschub leisten“, erklärte sie.

Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen sprach von einer „medialen Hinrichtung“ und zog Paralellen zum Fall Jörg Kachelmann, der 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden war, aber noch immer mit den Folgen dieser Verdächtigung zu kämpfen hat. Staranwalt Gerhard Strate sprach im „Cicero“ sogar von einem „Femegericht“, dem Wedel nun in der Öffentlichkeit ausgesetzt werde. Der Rechtsexperte findet wenig Gerichtsfestes in dem „Zeit“-Artikel, der ausgesprochene Verdacht werde sich also nie entkräften oder bestätigen lassen. Die öffentliche Meinung fällt aber angesichts solcher Verdächtigung schnell ihr Urteil.

Rückendeckung erhält Wedel auch von seinem Ensemble. So erklärte Festspiel-Star Elisabeth Lanz, in Bad Hersfeld bekannt aus „Hexenjagd“ und „Martin Luther – Der Anschlag“, sie könne sich die geschilderten Szenarien bei Wedel schlichtweg nicht vorstellen. Sie vermutet „niedrige Beweggründe“ und befürchtet, dass die an sich wichtige #MeToo-Debatte zum Voyeurismus von Menschen, die sich wichtig machen wollen, verkommt. Sonja Kirchberger, die mit Dieter Wedel „Der König von St. Pauli“ drehte und in „Komödie der Irrungen“ in Bad Hersfeld zu sehen war, räumt zwar ein, dass es viele Gerüchte über Wedels Affären gegeben habe, sie selbst wisse jedoch nichts von sexuellen Übergriffen.

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