Hinweisstein angebracht: Bebra erinnert an die Vergangenheit

Von links: André Balduf, Bürgermeister Uwe Hassl und Manfred Balduf an dem Hinweisstein.

Bürgermeister Uwe Hassl ließ einen Hinweisstein an die Stelle setzen, an der sich vermutlich seit grauer Vorzeit die berühmte Wegscheide in Bebra befunden haben muss.

Bebra. In Bebra gibt es eine berühmte Wegscheide über deren Kreuzung schon im Mittelalter von Allendorf her kommend Salzladungen transportiert wurden und der später auch Napoleons Truppen als Nachschubweg für seine Russlandfeldzüge diente. Wenn auch diese Wegscheide bislang weniger bekannt sein dürfte, so ist die sogn. Franzosenstraße, die von Kassel kommend und über Hessisch Lichtenau sowie Bebras Höhenzüge verläuft, wohl der Bevölkerung eher bekannt, die sich an dieser Stelle mit den regulären Straßen seiner Zeit vereinigt haben dürfte.

Zusammen mit dem Steinmetzbetrieb Balduf aus Bebra konnte jetzt Bürgermeister Uwe Hassl einen Hinweisstein an die Stelle setzen, an der sich vermutlich seit grauer Vorzeit diese Wegscheide befunden haben muss. Von hier aus gabelten sich die Straßen vom Norden her aus Kassel kommend nach dem Süden in Richtung Nürnberg und nach dem Osten hin in Richtung Leipzig. Auch die westliche Richtung wurde später durch Napoleon bedient, dessen Heere aufgrund seiner Russlandfeldzüge durch unsere Region kamen.

Hassl: Zwischen unserem Einkaufszentrum das be! und dem alten Postgebäude befand sich diese Wegscheide, die die alte Apothekenstraße über die Eisenacher Straße in Richtung Eisenach, Leipzig und weiter in den Osten sowie über die Nürnberger Straße in Richtung Nürnberg und den Süden verbunden haben muss. Hier zogen auch zum wiederholten Male die Truppen Napoleons im September und Oktober des Jahres 1813 vorbei, um gegen die verbündeten Truppen von Russland, Preußen, Österreich und Schweden bei der Völkerschlacht zu Leipzig am 16.-19. Oktober 1813 einer vernichtenden Schlacht entgegenzutreten.

Bei der Völkerschlacht zu Leipzig standen sich damals rund 600.000 Soldaten gegenüber von denen 92.000 Soldaten in nur wenigen Tagen ihr Leben verloren. Dieser Gedenkstein soll uns daran erinnern, so Hassl, dass Bebra schon immer ein strategischer Dreh- und Knotenpunkt war. Mit Beginn der Neuzeit befand sich dann dort eine ehemalige kaiserliche Poststation, mit Beherbergungs- und Pferdewechselmöglichkeit.

Und schließlich soll nun dieser Stein an die vielen Menschen unterschiedlicher Nationen erinnern, die sich an diesem Platz irgendwann einmal in der Historie unserer Stadt ein Stelldichein gaben.

Hassl abschließend: So sei es nicht auszuschließen, dass selbst Napoleon Bonaparte hier in Bebra einmal seinen Fuß auf unseren Boden setze. Dies sei allerdings heute nicht mehr nachweisbar.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Flammenhölle auf der A5

Ein mit Spanplatten beladener Sattelzug brannte auf der A5 völlig aus
Flammenhölle auf der A5

Parkhaus am Klinikum Bad Hersfeld eröffnet

Entlastung für die Anwohner am Seilerweg: Endlich können die Patienten ordentlich parken.
Parkhaus am Klinikum Bad Hersfeld eröffnet

Frau wird in Bad Hersfelder Innenstadt sexuell belästigt – Zeugen gesucht

Ein junger Mann soll eine Frau an der Fußgängerampel in der Dippelstraße in Bad Hersfeld am Montagabend sexuell belästigt haben.
Frau wird in Bad Hersfelder Innenstadt sexuell belästigt – Zeugen gesucht

Christine Groß zeigt Stärke bei Strongwoman und Meisterschaften

Die Profi-Sportlerin Christine Groß erreichte Bestplatzierungen beim Steinheben und bei Strongman/Strongwoman.
Christine Groß zeigt Stärke bei Strongwoman und Meisterschaften

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.