Weniger Unfälle auf Waldhessens Straßen

Polizeipräsident Günther Voß ist mit dem aktuellen Verkehrsbericht zufrieden.

Die Polizei Osthessen stellt den Verkehrsbericht 2019 vor

Waldhessen. 11.644 Verkehrsunfälle in Osthessen sind die Bilanz des Verkehrsberichtes 2019. Dies entspricht einem Anstieg von 431 Unfällen (+ 3,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr, jedoch liegt die Zahl noch unter der von 2017 mit 11.899. Osthessen hat einen Anteil von 7,8 Prozent am Unfallgeschehen von ganz Hessen (149.440). Positiv entwickelten sich die Zahlen im Hinblick auf Verkehrsunfälle mit verunglückten Personen. Während etwa 6 Prozent dieser Unfälle weniger von der Polizei aufgenommen werden mussten – die Zahl sank von 2.418 auf 2.274 – verringerten sich die Unfälle mit Leichtverletzten um 5,1 Prozent von 1.813 hin zu 1.720 und die mit Schwerverletzten noch deutlicher um 9,2 Prozent von 578 auf 525. Leider stieg die Anzahl von Verkehrsunfällen, bei denen mindestens eine Person ihr Leben verlor, von 23 auf 28. Insgesamt starben 29 Menschen auf osthessischen Straßen. „Wieder waren überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand und Vorfahrtsverletzungen die Hauptunfallursachen von Verkehrsunfällen mit Personenschäden“, erklärt Polizeipräsident Günther Voß. „Oder anders gesagt: Vermeidbares und oft sinnloses Verhalten setzte die Ursache für Hunderte von Verletzten und 29 Tote im Straßenverkehr.“ Zur Bekämpfung der Unfallursachen betreibt die osthessische Polizei eine ständige Analyse des Unfallgeschehens und führt unter Einsatz modernster Technik gezielte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen durch. „Aber auch mit einer Vielzahl von Präventionsangeboten wollen wir Gefahren im Straßenverkehr reduzieren. Jeder verhinderte Unfall ist ein Erfolg!“ so Voß. Erfreulicherweise ist die Anzahl der registrierten Verkehrsunfälle im Kreis Hersfeld-Rotenburg im zweiten Jahr in Folge von 2.694 auf 2.665 leicht gesunken. Während 517 Verkehrsteilnehmer im Jahr 2018 verunglückten, ging diese Zahl auf 468 im Jahr 2019 zurück. Dies entspricht einem Rückgang um neun Prozent. Allerdings ist nach mehreren Jahren mit zwei Verkehrstoten 2019 eine Steigerung auf acht getötete Personen zu beklagen, wobei sowohl die Unfallstellen, als auch die Verkehrsbeteiligungen der Getöteten keine Zusammenhänge oder Schwerpunkte aufwiesen. Zur Verhinderung von Unfällen – vor allem mit schwer verletzten oder gar getöteten Personen – wird auch über das Jahr 2019 hinaus die Unfalllage analysiert, um Verkehrsunfallpunkte zu lokalisieren und gemeinsam mit der Unfallkommission zu beseitigen.

In der besonders aufmerksam zu beobachtenden Risikogruppe junger Verkehrsteilnehmer im Alter von 18 bis 24 Jahren ist die Anzahl der Unfälle mit Schwerverletzten von 19 auf 11 Fälle um 42 Prozent deutlich gesunken. Positiv zu vermerken ist ein deutlicher Rückgang um 35 Prozent von 48 auf 31 bei den Unfällen mit beteiligten Fußgängern. Auch bei den Unfällen mit motorisierten Zweirädern ist ein Rückgang zu verzeichnen. Seit 2019 setzt das Polizeipräsidium Osthessen Kradstreifen mit Videotechnik auf beliebten Motorradstrecken im Landkreis ein, um Verkehrsverstöße beweissicher ahnden zu können. Bei den Verkehrsunfällen unter Alkohol- und/oder Drogeneinwirkung ist ein Rückgang von 64 auf 51 Unfälle zu verzeichnen. Trotz dieser positiven Entwicklung sei hierzu gesagt, dass jeder dieser Unfälle der Polizei Anlass gibt, auch weiterhin Verkehrsteilnehmer/innen auf ihre Fahrtauglichkeit zu überprüfen und Kontrollen durchzuführen. Sogenannte „Verkehrsunfallfluchten“ nahmen im vergangenen Jahr von 633 leicht um 17 auf 650 Fälle zu. Allerdings konnten in 37 Prozent der Fälle die Verursacher ermittelt werden. Damit konnte die Aufklärungsquote gesteigert werden.

Zusätzliche Präventionsmaßnahmen im Jahr 2019 waren die Radfahrausbildung/Verkehrserziehung in Kindergärten und Grundschulen, sowie die Verkehrsschulung von Menschen mit Handicap, sowie die Buslotsenbeschulung. Weitere solche Aktionen sind für 2020/21 in Vorbereitung.

Eine besondere Herausforderung stellte 2019 der 59. Hessentag in Bad Hersfeld vom 7. bis 16. Juni mit teilweise gesperrter Innenstadt und zusätzlichem Besucherverkehr (Offizielle Besucherzahl: 862.000) für die Polizei dar. Durch ein in Absprache mit zahlreichen weiteren Behörden, Einrichtungen und Dienstleistern gut vorbereitetes Verkehrs- und Parkkonzept, konnte die Verkehrssicherheit sehr erfolgreich gewährleistet werden. Dazu trug auch die gute Verkehrsmoral der Bürgerinnen und Bürger bei. Über die Dauer des Hessentages ereigneten sich im Vergleichszeitraum des Jahres 2018 im Stadtgebiet Bad Hersfeld 21 Verkehrsunfälle. Während des Hessentages in 2019 stieg die Anzahl der Unfälle lediglich um 10 auf 31, bei deutlich höherem und verändertem Verkehrsaufkommen.Für die Zukunft bleibt der Appell an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zur gegenseitigen Rücksichtnahme und Verständnis, um weiterhin die Verkehrssicherheit im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu erhöhen.

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