Wieder kein Weltuntergang – ein Kommentar von Philipp Ling

Endlich! Das magische Datum, der 21. Dezember 2012, ist vorbei, ohne dass der mythenumrankte Kalenderwechsel der alten Maya eine globale Katastrophe a

Endlich! Das magische Datum, der 21. Dezember 2012, ist vorbei, ohne dass der mythenumrankte Kalenderwechsel der alten Maya eine globale Katastrophe ausgelöst hätte.

Über ein Jahr lang haben selbsternannte Weltuntergangspropheten aberwitzige Horrorszenarien angekündigt: Von Sintfluten über Kometeneinschläge und UFO-Landungen bis zu tödlicher Weltraumstrahlung war für jeden was dabei. Am Ende sollte sogar der koreanische Rapper Psy mit seinem Musikhit "Gangnam Style" für die Apokalypse verantwortlich sein.

Man könnte über diesen Unfug lachen, hätte das Spiel mit der Angst der Menschen nicht oftmals auch gefährliche Folgen.

Bei der wissenschaftlichen Beratungsstelle der NASA beispielsweise liefen dieser Tage die Postfächer heiß, hunderte Mails von zutiefst verunsicherten Menschen trafen ein – und  nicht wenige davon sprachen in ihrer Verzweiflung auch von Selbstmord. Mindestens zwei Fälle sind belegt, in denen Teenager sich tatsächlich aus Angst vor dem Weltuntergang das Leben nahmen. In den USA tötete eine Mutter ihre beiden Kinder, damit sie das Ende nicht erleben müssten. In China drang ein Mitglied einer Weltuntergangssekte in eine Grundschule ein und verletzte 24 Kinder mit einer Machete.

Und rund um den Globus waren Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft, um mögliche Massenselbstmorde unter den verblendeten Esoterikern zu verhindern.

Keine geheimnisvollen kosmischen Kräfte waren es also, die dafür sorgten, dass die Welt in den letzten Tagen tatsächlich ein wenig aus den Fugen geriet, sondern Menschen – gewissenlose Panikmacher, die aus der Angst der Menschen ein Geschäft gemacht haben. So bleibt am Ende zwar kein Weltuntergang, aber viele kleine, persönliche Katastrophen.

Und wenn man eine Vorhersage im Bezug auf das 2012-Phänomen sicher treffen  kann, dann, dass man von den falschen Propheten auch diesmal wieder kein Wort des Bedauerns über ihr unverantwortliches Verhalten hören wird.

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