„Wir sind eben in unserem Land noch nicht wesentlich über ‘Der Untertan’ (Heinrich Mann, 1914) hinaus

KA-Leser Paul-Gerhard Exner zum Kommentar von Gerald Schmidtkunz zu "Gregorianika und der Blockwart" vom 25. September:Mein lieber Herr Schm

KA-Leser Paul-Gerhard Exner zum Kommentar von Gerald Schmidtkunz zu "Gregorianika und der Blockwart" vom 25. September:

Mein lieber Herr Schmidtkunz,

Ihre auf Gastfreundschaft abgestellte Kritik an Ordnung und Recht, an Gehorsam und Untertan sein, das ist schon ein Ding. Ihr Zweifel, dass der "Geist der Schule" auch in der Nacht das Gelände beseelt und durch einen auf diesem freien Gelände stehenden Wagen eine Störung erfährt, wooh!

Wir sind eben in unserem Land noch nicht wesentlich über "Der Untertan" (Heinrich Mann, 1914) hinaus. Auch im Regen stehend ist für uns Obrigkeit heilig, auch wenn sie teilweise skurril empfunden wird bei einem illuminierten Anachronismus. Wie sagte schon Guillaume Picault-Lebron: "Die Fähigkeit, heute auch einmal anders zu denken als gestern, unterscheidet den Klugen vom Starrsinnigen".

So muss auch das Freisein eines leeren Parkplatzes geschützt werden, denn wir sind Deutsche und haben so ein Problem mit dem Blick über den Tellerrand. Ein Wort miteinander im Vorfeld und Konzertbesucher hätten parken können.

So wie die Regelungen im vorgenannten Bereich greifen auch die in anderen. Wissend, was in unserem Interesse liegt, ist mit politischem Aktionismus sogar "Pisa" erreicht worden, obwohl bereits von 1995 bis 97 das Zentrum für empirische pädagogische Forschung, die Universität Koblenz-Landau, Problemkreise und Lösungen aufzeigte. Aber die waren eben wissenschaftlich, nicht politisch.

Recht und Ordnung müssen eben eingehalten werden, vertragstreu. Darum erhalten, bis auf wenigste Ausnahmen, unsere Finanzjongleure natürlich ihre vertraglich zugesagten Gelder, trotz allem veranstaltetem "Scheiß".

Und so müssen wir Untertanen uns treu bleiben und brav Recht und Gesetz befolgen, auch wenn die Folgekosten unabsehbar sind und im Dunkel enden können. Im Dunkel, so wie Ihr Auto. Aber trotzdem erkennbar für Ordnungsliebe.

Miteinander reden, so zeigte die Erfahrung, beseitigt Unstimmigkeiten. Ansonsten macht man die Erfahrung durch das Schweigen.

Mit freundlichen Grüßen

Paul-Gerhard Exner,Rotenburg

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Lesen Sie hier mehr zum Thema:

Ein Leserbrief von (Wirtschafts-) Journalist Gerold O. Semsch: "Schmidtkunz hat sich selbst auf das Peinlichste geschadet" (vom 26.September 2011)

Der Kommentar von Gerald Schmidtkunz "Gregorianika und der Blockwart" (vom 19. September 2011)

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