Wird der Marktplatz zum Parkplatz mit Schranke?

Bad Hersfeld. Wolfgang Bolender (FWG) konnte es fast gar nicht glauben, dass die Verwaltung seinen Vorschlag so schnell aufgreifen und planen und rech

Bad Hersfeld. Wolfgang Bolender (FWG) konnte es fast gar nicht glauben, dass die Verwaltung seinen Vorschlag so schnell aufgreifen und planen und rechnen würde, ob es möglich ist, den Marktplatz in einen Parkplatz mit Schranke zu verwandeln. Aber: Es geht, wie Fachbereichsleiter Martin Bode den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt am Mittwochabend erläuterte.

Anstatt des vor fast fünf Jahren mit einem Kostenaufwand von rund 380.000 Euro errichteten, über Induktionsschleifen gesteuerten und nur unzureichend funktionierenden Parkleitsystems könnte man auf dem kreisstädtischen "Hauptattraktionspunkt" Marktplatz auch eine "schrankengesteuerte Parkierungsanlage" – also ein "Parkhaus auf einer Ebene" – betreiben.

63 Parkplätze weniger

Das Hauptproblem: Von den bislang zur Verfügung stehenden 288 "Parkständen" würden 63 wegfallen, wenn der Verkehr auf eine Einfahrtspur vor der Konrad-Duden-Stadtbibliothek geleitet würde, von wo aus man etwa in Höhe Würstchenbude ein "Einfahrtsterminal" mit Schranke passieren müsste, um auf den Parkplatz Marktplatz zu gelangen. Hier würde man dann weitergeleitet und könnte – ähnlich wie jetzt – in Parkgassen, die als Einbahnstraßen ausgewiesen werden, parken. Entlang der nördlichen Seite des Marktplatzes würde eine Ausfahrtsspur angelegt, von wo aus man über zwei "Ausfahrtsterminals" den Marktplatz in Richtung Uffhäuser Straße bzw. Obere Frauenstraße verlassen könnte.

Mit Blick auf Lolls würde alles so konstruiert werden, dass alles "plan" ist und demontiert werden kann – so Fachbereichsleiter Bode, der nach einer ersten groben Schätzung für die 24 Stunden in Betrieb befindliche Anlage von Kosten in Höhe von rund 115.000 Euro ausgeht.

Oder einfach nur Schilder?

Als weitere Alternative zum jetzigen Zustand sieht die Verwaltung die Möglichkeit, die Parkleitsystemkomponenten im Marktplatzbereich zurückzubauen und die dynamischen Wechselanzeigen durch statische Beschilderung zu ersetzen. Das würde die "Systemkomplexität" deutlich reduzieren und die Strukturen auf dem Leitrechner vereinfachen. Kostenmäßig würde diese Maßnahme mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag ins Gewicht fallen.

Wie auch immer: Was aus dem Parkplatz Marktplatz wird, auf dem pro Tag in etwa 700 Parkvorgänge stattfinden, ist auch abhängig davon, ob und inwieweit die Siemens AG, die das unzureichend funktionierende, induktionsgesteuerte Parkleitsystem errichtet hat, Gewährleistungsansprüche der Stadt Bad Hersfeld anerkennt bzw. für weitere Kosten aufkommt. "Wir sind im Gespräch und prüfen alle Möglichkeiten", erklärte Bürgermeister Thomas Fehling (FDP), der eine vergleichsweise Regelung nicht ausschließen will.

Des Weiteren steht im Raum, dass von 288 Parkständen zurzeit immerhin 130 für Bewohner freigegeben sind, die dafür pro Jahr pro Parkstand eher bescheidene 30,70 Euro zahlen. Auch insoweit müsse man nach einer Lösung suchen – notfalls mit klaren Richtlinien und Festlegungen von Grenzen, stellte Bürgermeister Fehling fest.

Da sich die Ausschussmitglieder im derzeitigen Planungsstadium außerstande sahen, der Stadtverordnetenversammlung eine Beschlussempfehlung zu unterbreiten, wurde auf Vorschlag von Roland Luley (SPD) einstimmig festgelegt, dass die Angelegenheit zunächst in den Fraktionen weiterberaten wird.

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