Wolfs-Paar in Nordhessen?

In Nordhessen ist offenbar ein Wolfspärchen unterwegs.
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In Nordhessen ist offenbar ein Wolfspärchen unterwegs.

Erstmals zwei Wölfe gemeinsam beobachtet

Region. Wölfe sind in Nordhessen mittlerweile keine Seltenheit mehr. Erstmals konnten jetzt aber zwei Wölfe gemeinsam beobachtet werden. Wie das HLNUG mitteilte, wurden die Tiere von einer Kamerafalle auf dem Gebiet der Gemeinde Ludwigsau beim Fressen an einem erlegten Rothirsch aufgenommen. Das deutet darauf hin, dass die Raubtiere nun dauerhaft in Nordhessen heimisch werden. Denn derzeit herrscht bei den Wölfen Paarungszeit; wenn es sich bei den beobachteten Tieren also um ein Paar handelt, könnte es schon bald das erste Wolfsrudel in Hessen geben. Noch konnten die Tiere nicht identifiziert werden. An der Fundstelle wurden zwar Proben zur DNA-Unterschung entnommen, jedoch hatte es zuvor stark geregnet, so dass die Proben möglicherweise kein eindeutiges Ergebnis liefern. Derzeit ist offiziell nur ein einzelnes Tier in der Region als sesshaft gemeldet, die Wölfin GW1409f, die ihr Revier in der Gegend des Stölzinger Gebirges hat. Ein Wolf gilt als sesshaft, wenn er über einen Zeitraum von sechs Monaten in einem Revier nachgewiesen wird. Der Ort des Zusammentreffens der beiden Tiere liegt in diesem Revier, es könnte sich also um die Stölzinger Wölfin handeln, die nun einen Partner gefunden hat. Eine zweite Wölfin, die erstmals bei Bad Hersfeld nachgewiesen wurde, ist weitergewandert und hat sich bei Ulrichstein im Vogelsbergkreis niedergelassen. Natürlich gibt es aber mehr Wölfe in Hessen als die offiziell nachgewiesenen, denn nicht jeder Wolfsriss wird gefunden und untersucht, und selbst dann sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig. So wurden im Dezember bei Ludwigseck die genetischen Spuren eines Wolfsrüden gefunden, der zuvor nirgends in Deutschland in Erscheinung getreten war. Ebenfalls zuvor unbekannt war eine Wölfin, die im Sommer letzten Jahres bei Kauffungen durch einen Autounfall getötet wurde. Wolfssichtungen häufen sich jedenfalls zunehmend in der Region. In Bebra, Alheim und Ludwigsau sind mehrmals einzelne Tiere von Fotofallen ertappt worden. Und erst am 25. Februar wurden wiederum in der Nähe von Schloss Ludwigseck zwei Wölfe bei der gemeinsamen Jagd auf ein Reh beobachtet. Dass Nordhessen nun zum Wolfsland wird, gefällt jedoch nicht jedem. Laut Umfragen begrüßen zwar rund drei Viertel der Bürger die Wiederansiedlung der Wölfe - doch bei denjenigen, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Raubtiere leben, herrscht oftmals ein eher mulmiges Gefühl vor. Besonders betroffen sind natürlich Landwirte und Schafhalter, die um ihre Tiere fürchten müssen. Was das angeht, hat sich die Stölzinger Wölfin bereits einen schlechten Ruf erworben, denn ihr konnten mittlerweile rund 30 Risse von Haus- und Weidentieren nachgewiesen werden. Auch vorschriftsmäßige Schutzzäune hielten sie dabei selten ab. Bereits seit letztem Jahr fordern daher Landwirte und Schafhalter die „Entnahme“ der Wölfin. Auch die CDU Rotenburg unterstützt diese Forderung, plädiert aber nicht unbedingt für einen Abschuss - man könne sie ja auch einfangen und in einem Tierpark unterbringen. Davon will man jedoch im Hessischen Umweltministerium vorerst nichts wissen. Dort wurde gerade erst der neue Entwurf für den Wolfsmanagementplan Hessen vorgestellt. Darin seien viele Anregungen und Kritikpunkte der Weidetierhalter mit aufgenommen worden, versichert Umweltministerin Priska Hinz. Unter anderem werden Erleichterungen bei den Weidetierprämien und mehr Unterstützung für die Betroffenen bei den Abwehrmaßnahmen in Aussicht gestellt. Ein neu einzurichtendes „Wolfszentrum Hessen“ soll zur zentralen Anlaufstelle werden. Ob das die Gemüter beruhigt, bleibt abzuwarten.

In Nordhessen ist offenbar ein Wolfspärchen unterwegs.

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