Im Zeichen des Wandels

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Bad Hersfeld. Ein Festspiel-Auftakt mit vielen Zukunftsvisionen

Bad Hersfeld. Einen "Festtag für die Festspiele" kündigte Bürgermeister Thomas Fehling zur Auftaktveranstaltung am Freitagnachmittag an – und so war es auch. Von herrlichem Wetter und den "Hersfelder Mönchen" begrüßt,  versammelten sich die Ehrengäste – Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Europa-Staatsminister Michael Roth sowie Botschafter aus mehreren europäischen Ländern – am Rathaus, um sich dort ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Anschlie­ßend ging es zum Festakt in die Stiftsruine.

Dort ging Bürgermeister Fehling in seiner Rede zunächst auf die Historie der Festspiele ein, die untrennbar mit Bad Hersfeld verbunden seien. Aber auch auf den Fehlbetrag im Etat kam er zu sprechen. Am Beispiel der Stiftsruine – eine abgebrannte Kirchenruine dient nun einem neuen Zweck – mahnte er, sich einem Wandel nicht zu verschließen. "Was können wir von der Stiftsruine lernen? Vor allem dies: Gelassenheit und Kreativität."Eva-Kühne Hörmann überbrachte als Vertreterin der Landesregierung nicht nur die Grüße von Ministerpräsident Volker Bouffier, sondern bekräftigte auch das finanzielle Engagement der Landesregierung für die Festspiele – was mit kräftigem Applaus honoriert wurde. Der angekündigte Besuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck sei außerdem ein Signal, dass die Festspiele auch auf Bundesebene wieder stärker in ihrer Bedeutung wahrgenommen werden.

Es folgte die Festrede von Europaminister Michael Roth, der ebenfalls auf die Geschichte der Festspiele und ihre Zukunft verwies. Im Spannungsfeld des Ost-West-Konflikts seien die Festspiele seinerzeit in direkter Nähe zur innerdeutschen Grenze ein Bekenntnis zur Freiheit gewesen. Man müsse aber 25 Jahre nach dem Mauerfall auch fragen, welche Bedeutung ihnen heute zukomme.

Bad Hersfeld liege nun nicht mehr im Zonenrandgebiet sondern in der Mitte Europas – in Konkurrenz zu zahlreichen anderen Theaterfestivals. So werden die Festspiele kaum als ein Event unter vielen überleben, sondern nur, wenn sie sich als Teil der künstlerischen Verständigung in Europa verstehen – eine lebendige internationale Kunstszene mit Bad Hersfeld in der Mitte. "Lassen Sie uns gemeinsam träumen", forderte Roth die Anwesenden auf "einen Traum von Europa."

Fotos: Ling (42) / Apel (8)

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