Zeit für einen Neuanfang

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Andreas Rupp und seine Frau Angela mit ihren Kindern Jan und Elias. Adrian fehlt auf dem Foto. Foto: Fröhnert

Sorga. Die Wassermassen zerstörten ihre Existenz: Familie Rupp will das Autocenter in Sorga im Frühjahr wiedereröffnen

Sorga. 2007 erfüllte sich Andreas Rupp seinen großen Traum – eine eigene Werkstatt. "Es war schon ­immer mein Wunsch, mein Hobby, das Schrauben an ­Autos, zum Beruf zu machen", erinnert sich der Waldhesse. Jahrelang erarbeitete sich der Familienvater diesen Traum.Die Wassermassen bei den Unwettern im Juli 2014 ließen den Traum jedoch wie eine Seifen­blase zerplatzen."Es ist alles zerstört wurden. An einem einzigen Tag", sagt Rupp noch immer fassungslos.

Ob Werkzeuge, Geräte oder Fahrzeuge – alles haben die riesigen ­Wasser- und Schlamm­lawinen verschlungen. "Ich war vor Ort, als es losging", erinnert sich Rupp. Doch tun konnte er nichts. "Zudem ­waren zwei ­meiner Kinder, fünf und acht Jahre alt, mit mir in der Werkstatt. Ich ­musste beide zuerst in Sicherheit bringen." Seine Mitar­beiter waren bereits im Feierabend, doch auch sie hätten kaum etwas gegen das Wasser ausrichten können. "Am Ende stand es über einen halben Meter hoch in der Werkstatt", so Rupp.

Noch in der Nacht versuchte der Werkstattchef zu retten, was zu retten ist. Ohne ­Chance. Andreas Rupp und sein Autocenter stehen vor dem Ruin. Der Schaden – ­allein am Inventar – beträgt rund 200.000 Euro. Die Ver-­sicherung zahlt nicht. "Wir waren nicht gegen Hoch­wasser versichert", so Rupp und weiter: "An  so etwas denkt man nicht, wenn man am Standort Sorga lebt." Auch am Gebäude gab es erheb-­liche Schäden – von rund 150.000 Euro.

Ein Neuanfang

Doch die Familie will nicht aufgeben. "Natürlich hat es seine Zeit gebraucht, das ­Alles zu verarbeiten. Es war ein großer Einschnitt", erklärt Andreas Rupp. Doch nun sei  man bereit, wieder nach ­vorne zu blicken. "Ich wusste nicht, ob wir wieder eröffnen sollen. Doch ich bin ein junger Mann – und zusammen mit meiner ­Familie und Freunden habe ich die Kraft, nochmal von vorne zu beginnen."

Seine vier Mitarbeiter musste Andreas Rupp nach dem Unglück entlassen. "Schweren Herzens, denn ich war sehr stolz auf unser Team. Doch ich konnte mir keine Mitarbeiter ­leisten – wir ­hatten keinerlei Einnahmen mehr", beschreibt der ­Sorgaer die ­Situation.

Inzwischen ist das Autocenter Rupp – für Reifenwechsel – wieder geöffnet. Dienstags und Donnerstags führt Rupp diese Arbeiten aus. Auch der TÜV wird wieder abge­nommen. "Das ist natürlich nichts im Vergleich zu vorher, aber wir müssen uns nun alles neu erarbeiten", sagt Rupp.Sein Vater hilft ihm derzeit die Werkstatt wieder auf Vordermann zu bringen. "Es wird aber noch eine ganze Zeit lang dauern", weiß Rupp. Geplant ist derzeit eine ­Wiedereröffnung im Frühjahr 2015.

An einen Spendenaufruf oder ähnliches hat die Familie aber nicht gedacht. "Wir sind für jede Hilfe dankbar, keine ­Frage", sagt Andreas Rupp und fügt entschlossen hinzu. "Ich habe es schonmal geschafft. Und ich schaffe es wieder. Für meine Kunden. Für meine ­Famile. Für mich."

Hier Fotos von der Katastrophe:

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