Zornige Gemeindevertreter in Ludwigsau

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Friedlos. Die Ludwigsauer Gemeindevertreter wehren sich vehement gegen die Pläne der TenneT -TSO GmbH, das Mecklärer Umspannwerk umzubauen.

Friedlos. Insgesamt ging es auf der Sitzung der Gemeindevertretung Ludwigsau im Saal des Bürgerhauses Friedlos recht friedfertig zu. Die    ersten fünf Tagesordnungspunkte konnten am Montagabend konziliant abgehakt werden. Der erste Vorsitzende Peter Schütrumpf begrüßte alle Anwesenden und übergab Bürgermeister Thomas Baumann das Wort.

Dieser verkündete, dass die Baumaßnahme der Kinderkrippe in Friedlos nach Plan laufe, und der Betrieb vorraussichtlich in 2015 aufgenommen werden könne. Für die Feuerwehrgerätehäuser der Gemeinde Ludwigsau müsse Abhilfe geschaffen werden. Sie wurden von der Unfallkasse Hessen geprüft und als technisch auf einem teils ungenügenden Zustand eingestuft.

Zu Unruhen und Gemütsbewegung kam es lediglich beim letzten Tagesordnungspunkt: Die Ludwigsauer Gemeindevertreter sind mit dem Vorhaben der TenneT -TSO GmbH alles andere als einverstanden. Sie will für den Umbau/Erweiterung/Neubau des Umspannwerks Mecklar Erddübel unterirdisch einbringen, damit eine Betonstützwand stabilisiert werden kann.  Vor dem Hintergrund des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) solle auch in Mecklar  die Durchleitung von Strom aus erneuerbaren Energien verstärkt werden.  Dafür plante TenneT die 380-kV-Leitung Wahle-Mecklar, die zu den 24 Leitungsbauvorhaben in Deutschland zählt.

Um den Stromtransport und -austausch im Raum Mecklar steigern zu können, müsse die bestehende Anlage neu errichtet und um zusätzliche Schaltfelder erweitert werden. Um dies zu ermöglichen, müssen die Betonstützwende stabilisiert werden. Dazu plant TenneT, Erddübel auf den Grundstücken der Gemeinde Ludwigsau unterirdisch anzubringen. Die gesamte Gemeindevertretung war sich einig: Sie war einstimmig gegen den Abschluss des Gestattungvertrags für die TenneT TSO GmbH, dieses Vorhaben umzusetzen. Rainer Koch, erster Vorsitzender der SPD-Fraktion, äußerte sich zu dem Beschluss wie folgt: Das Einbringen der Erddübel sei ein Einschnitt in die Natur. Bisher habe die TenneT nur eine Teilbaugenehmigung, womit sie einen Vorab-Beginn plane. "Das Verhältnis von uns und der TenneT ist mehr als getrübt. Wir sind nicht weit weg von Mafia-Methoden, so wie man mit uns umgeht", gab Koch seine Wut zum Ausdruck. "Dennoch verschließen wir uns nicht vor einem offenen Dialog."

Auch Jörg Meckbach, erster Vorsitzender der CDU-Fraktion, meldete sich zu Wort: "Gegen das Gesetz der EEG können wir absolut nichts machen. Wir sind in einem ohnmachtsähnlichen Zustand, da wir wissen, dass wir die Sache vermutlich nicht verhindern können."

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