Zukunftsmusik im Luftschloss

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Bad Hersfeld. Ein Kommentar von Philipp Ling zum Festspiel-Zukunftskonzept

Untätigkeit kann man Bürgermeister Fehling nun wahrlich nicht vorwerfen. In sein Zukunftskonzept hat er Einiges an Arbeit investiert –  und gute Ideen und Anregungen sind ohne Frage enthalten: Mit den Vorschlägen, das kaufmännische Management zu verbessern und die Budgetierung vorausschauender zu gestalten, spricht er drängende Probleme an, die Hauptursachen für den ganzen Ärger des vergangenen Jahres waren.

Was hat er sich aber dabei gedacht, sein Konzept unabgesprochen ins Blaue hinein zu präsentieren? Wie er es darstellt, ist er nun in Vorleistung gegangen, jetzt sind die anderen am Zug. Doch für seine Kritiker ist ein solcher Alleingang natürlich eine Steilvorlage.

Weder der AfM noch der Intendant werden weder über die Art und Weise, wie ihnen die Flügel gestutzt werden sollen, begeistert sein, noch darüber, wie ihnen dies so einfach vorgesetzt wird – ungünstige Voraussetzungen für Verhandlungen. Ein wenig mehr Feingefühl wäre hier ratsam gewesen, anstatt gleich vorzupreschen. Denn ohne die übrigen Beteiligten im Boot ist das Konzept zunächst einmal ein reines Luftschloss.

Praktischerweise hat Fehling mit der Ankündigung, dass das Ganze erst 2017 umgesetzt werden soll, die Auseinandersetzung mit Holk Freytag erst einmal auf Eis gelegt – wenn mit diesem Intendanten keine Änderungen mehr möglich sind, dann eben danach. Eine solche "friedliche Koexistenz" kann durchaus funktionieren, wie die jüngste Geschichte gezeigt hat – allerdings hieß "friedlich" in Zeiten des Kalten Krieges nur "ohne Atomkrieg". Auf Bad Hersfeld übertragen heißt das wohl: Die Festspiele gehen irgendwie weiter, weil es anders eben nicht geht. Eine Lösung sieht anders aus.

Zumal Fehling den Intendanten auch gleich seine Macht spüren lässt. Mit dem Vorschlag, den Vertrag des AfM um ein weiteres Jahr zu verlängern, bekommt Freytag schon einmal zu verstehen, dass er es sich aus dem Kopf schlagen darf, für das letzte Jahr seines Engagements günstigere Konditionen gegenüber dem AfM zu bekommen – weitere Einigungen sind unter diesen Vorbedingungen natürlich nicht in Sicht.Es bleibt also alles beim Alten und ob sich die Probleme die nächsten drei Jahre einfach aussitzen lassen, wird sich zeigen. Ich glaube es ehrlich gesagt nicht.

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