Zwanzig staatlich geprüfte Techniker verabschiedet

Bad Hersfeld. "Sie haben mit Ihrem Abschluss das Rüstzeug für einen hochwertigen Arbeitsplatz". Mit diesen einleitenden Worten beglückwü

Bad Hersfeld. "Sie haben mit Ihrem Abschluss das Rüstzeug für einen hochwertigen Arbeitsplatz". Mit diesen einleitenden Worten beglückwünschte die stellvertretende Schulleiterin der Technikerschule Bad Hersfeld, Christine Draude, am Dienstagvormittag die Absolventen des diesjährigen Technikerjahrgangs in der Aula der Beruflichen Schulen Obersberg.

20 ehemalige Studierende tragen nun den Titel "Staatlich geprüfter Techniker" und verbessern durch diesen Abschluss ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Draude erläutert, dass der noch neue Technikerschwerpunkt "Fertigungsautomatisierung und Robotik"  im Jahr 2009 als Schulversuch begonnen und im Februar diesen Jahres in Regelform überführt werden konnte. Die Beruflichen Schulen Obersberg sind hessenweit die einzige Schule, die diesen von den Lehrkräften selbstentwickelten Schwerpunkt anbieten. Die Nachfrage nach Studienplätzen sei groß, erläutert die stellvertretende Schulleiterin weiter, "jedoch nicht nur in dem Schwerpunkt ´Fertigungsautomatisierung und Robotik´, sondern auch in unserem zweiten Vollzeitschwerpunkt ´Automatisierungs- und Prozessleittechnik´. Im Sommer werden voraussichtlich insgesamt 44 Studierende in die neuen ersten Semester starten können. Die diesjährigen Projektarbeiten wurden im hohen Maße dazu genutzt, den Unterricht in der Technikerschule dem technologischen Fortschritt anzupassen und ihn zu modernisieren. Dies ist nicht zuletzt auf das junge und kompetente Lehrerteam zurückzuführen, das den Unterricht in der Technikerschule bestreitet", ist Frau Draude voller Lobes gegenüber ihren Kollegen.

Noch in diesem Jahr soll in Kooperation mit der Firma EngRoTec aus Hünfeld ein Zusatzangebot zum Thema "Fertigungsautomatisierung" gestartet werden. Zudem ist die Neuanschaffung eines weiteren Roboters in Planung und wird voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen können. "Wir versuchen auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, um somit den Studierenden eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen. Unsere Technikerschule hat seit Langem eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von kompetenzorientiertem Unterricht und bei der Erstellung und Durchführung von kompetenzorientierten Abschlussprüfungen. Auch die Rückmeldung der Betriebe ist durchweg positiv. In Bad Hersfeld ausgebildete Techniker werden gerne eingestellt. Dies zeigen auch die zahlreichen Stellenangebote, die in den vergangenen Wochen in der Schule eingingen", so Frau Draude abschließend.

Die erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz beglückwünschte die Absolventen in ihren Grußworten, und lobte sie, dass sie "den Weg des lebenslangen Lernens fortgesetzt haben", denn dies sei für beruflichen Erfolg unabdingbar. Sie zollte den jungen Herren ihren Respekt, für die Entscheidung den zweiten Bildungsweg einzuschlagen. "Durch die heute ausgestellte Urkunde erhalten sie die Bestätigung für Ihre höhere fachliche Kompetenz", würdigte Künholz die Leistung der Absolventen. Sie zeigte sich weiterhin erfreut darüber, dass 16 der 20 Absolventen zusätzlich eine Ausbildungseignungsprüfung abgelegt haben und forderte die Absolventen mit einem Augenzwinkern auf, zukünftig zu versuchen, auch mehr junge Frauen für technische Berufe zu begeistern.

Gerard Wolny, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands staatlich geprüfter Techniker e.V., machte in seinen Grußworten darauf aufmerksam, dass der erlangte Abschluss des staatlich geprüften Technikers mit dem Bachelor-Abschluss gleichzusetzen sei. Laut des Deutschen Qualifikationsrahmens sei der Abschluss des staatlich geprüften Technikers auf Stufe 6 einzustufen, die Politik verweigere jedoch dies zu bescheinigen, kritisierte Wolny. Er forderte die frisch gebackenen Absolventen auf, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.

Thomas Fehling, der Bürgermeister der Stadt Bad Hersfeld, sprach den Absolventen in seiner Festansprache seine große Anerkennung für ihre Leistung aus. "Ich möchte junge Menschen motivieren, technische Berufe zu ergreifen. Wir brauchen Techniker und Ingenieure, die unsere Welt einfacher, komfortabler und schneller machen", bestärkte Fehling die Techniker. "Ich wünsche mir, dass junge Menschen eine Leidenschaft für Technik entwickeln. Für Bad Hersfeld habe ich mir als Aufgabe gesteckt, die Technikbegeisterung zu stärken und dabei an alte Zeiten anknüpfen", sagte Fehling und dachte dabei an Konrad Zuse. "Ich möchte die Philosophie der Schule, sich technisch kontinuierlich weiterzuentwickeln, bestärken und bin gerne bereit auch als Stadt Bad Hersfeld Pilotprojekte mit der Technikerschule einzugehen."

Die Zeugnisausgabe erfolgte durch die beiden Semesterleiter Markus Geist und Dirk Landsiedel. Markus Geist freute sich, elf Studierenden im Bereich "Fertigungsautomatisierung und Robotik" die Urkunden und Zertifikate überreichen zu können. Dirk Landsiedel überreichte neun Studierenden ihre Urkunden und Zertifikate im Schwerpunkt "Automatisierungs- und Prozessleittechnik".

Jeweils einen Buchpreis für besondere Leistungen erhielten Maximilian Belz und Hendrik Wollrath.

Der Absolvent Max Frommann wurde mit dem jährlich verliehenen Konrad-Zuse-Zertifikat für seine überragenden Leistungen ausgezeichnet. Hannelore Zuse, Tochter von Konrad Zuse, überreichte gemeinsam mit Peter Pawlik, Vorsitzender des Freundeskreises der Beruflichen Schulen Obersberg e.V., dieses Zertifikat.

Für die Entlasssemester sprachen Herr Hendrik Wollrath und Herr Maximilian Belz. Sie bedankten sich bei den Lehrkräften für die geleistete Arbeit und die stets angenehme und wertschätzende Arbeitsatmosphäre. "Es waren zwei schöne Jahre", so Maximilian Belz am Ende seine Ansprache.

Zum wiederholten Male kürten die Studierenden den "Lehrer des Jahres" mit einem Pokal, der in diesem Jahr an Studienrat Udo Rehbein ging.Für die musikalische Umrahmung sorgte Klaus Adamaschek, selbst Lehrer an der BSO.

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