Zwei wollen's wissen

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Wildeck. Steffen Sauer und Alexander Wirth stellen sich in Wildeck zur Bürgermeisterwahl.

Wildeck. Zwei Kandidaten treten am 6. Juli zur Bürgermeisterwahl in Wildeck an:

Steffen Sauer stellt sich der Herausforderung. Der 39-Jährige ist Bankkaufmann bei der Sparkasse in Bad Hersfeld und wohnt mit seiner Familie – seiner Frau und zwei Kindern – in Obersuhl.Neu sind die Herausforderungen des Amtes allerdings für ihn nicht: Bereits seit anderthalb Jahren führt er als Erster Beigeordneter der Gemeinde die Amtsgeschäfte für den erkrankten Bürgermeister weiter. "Ich weiß, auf was ich mich da einlasse – und meine Familie auch", bekräftigt er. Nur mit anderthalb Tagen, die er diesen Job bisher gemacht hat, kann man aber die Gemeinde nur verwalten. "Wir müssen auch wieder gestalten können."Als Bankkaufmann bringt er die richtigen Voraussetzung für die finanzschwache Gemeinde mit: "Dass wir nun die Doppik haben, kommt mir sehr gelegen – damit kenne ich mich aus", erklärt er. Auch mit der HGO kennt er sich mittlerweile schon gut aus. Die defizitäre Haushaltlage wird zwar das Bild der künftigen Politik bestimmen, doch Sauer gibt das Motto aus: "Wildeck gestaltet seine Zukunft selbst." Man müsse trotz Haushaltskonsolidierung kleine Handlungsspielräume erhalten. Er ist aber zuversichtlich, dass man viele Dinge in gemeinsamen Gesprächen mit den Fraktionen klären könne. Schließlich sitzen bei einer solchen Haushaltslage alle im selben Boot.

Vereinsförderung ist ihm, der in mehreren Vereinen aktiv ist, ein wichtiger Punkt. Hierbei einen gerechten Ausgleich zu finden, sei nicht leicht: Einige leisten fast alles in Eigenarbeit und brauchen die Gemeinde nicht so sehr, andere sind darauf angewiesen, die gemeindlichen Einrichtungen nutzen zu können. Sein Motto in dieser Hinsicht: "Nicht nur fordern, sondern auch eine Gegenleistung erbringen" – so würde es auch für die Gemeinde einfacher, entsprechende Zuwendungen zu rechtfertigen.Weiterhin stehen Transparenz und Bürgernähe ganz oben auf seiner Agenda: Es stehen auch viele unangenehme Entscheidungen an, bei denen man mit den Bürgern ins Gespräch kommen und um Verständnis werben müsse. "Man kann es zwar nie allen recht machen, aber man sollte doch wenigstens allen Gehör schenken", meint er.

Ebenfalls im Rennen um das Bürgermeisteramt ist Alexander Wirth. Der 44-Jährige wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Richelsdorf und ist Diplom-Verwaltungswirt. Praktische Erfahrung bringt er reichlich mit: Derzeit arbeitet er als Hauptsamtsleiter in Friedewald. In seinen Augen ist es kein zufall, dass Bürgermeister zunehmend aus den Verwaltungen der Nachbargemeinden stammen – wie auch in Friedewald selbst. "In einer kleinen Gemeinde wie Wildeck muss der Bürgermei­ster mitarbeiten, da braucht man Verwaltungserfahrung."Und anpacken will Wirth, weil ihm als Wildecker das Wohl seiner Gemeinde wichtig ist."In den letzten zehn jahren hätte man einiges anders machen können – mit dem nötigen Sachverstand in der Führungsetage" sagt er.

Beispiel ist die Eröffnungsbilanz. Durch die Verschleppung der Bilanz entging der Gemeinde ein Förderbetrag von 22.000 Euro. Und ohne die Eröffnungsbilanz können auch die Jahresrechnungen nicht gemacht werden, für die es ebenfalls eine Frist – und bei fristgerechter Abgabe wiederum einen Förderbetrag – gibt.Zwei Jahre bürgermeisterlose Zeit bedeuten natürlich eine Herausforderung, zumal über allem auch noch das Haushaltdefizit und der Schuldenabbau stehen, doch Wirth will seinen Teil dazu beitragen "dass Wildeck wieder auf die Beine kommt."Zum Beispiel müsse die Gewerbeansiedlung dringend vorangebracht werden – Wildeck habe mit seinem Autobahnaschluss eigentlich eine gute Lage, aber "ein Schild am gewerbegebiet aufzustellen, reicht da nicht." Auch die Attraktivität vor allem für junge Familien müsse erhöht werden. Dabei stellt er auch klar, dass dafür der Erhalt der Kleinschwimmhalle – trotz Sparzwang – wichtig sei.Die Vereinsförderung aufrecht zu erhalten ist ihm als bekennden "Vereinsmeyer" ebenfalls ein Anliegen.Dass das alles angesichts der Haushaltsalge nicht einfach werden wird, ist klar, doch Wirth setzt auch auf freiwilliges Engagement der Bürger, denn er ist überzeugt: "Viele sind bereit, sich einzubringen."     (jpl)

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