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Visionen und ein Light-Wood-Tower am Hugenottenhaus

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Der mobile Pavillon für die Lichtenbergschule, präsentiert von den Studentinnen Maria Eichler, Victoria Eyrich, Shukuh Poursharifi und Luisa Scheibelhut.
Der mobile Pavillon für die Lichtenbergschule, präsentiert von den Studentinnen Maria Eichler, Victoria Eyrich, Shukuh Poursharifi und Luisa Scheibelhut. © Krümler

Hybride Semesterausstellung von Projekten aus Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung der Universität Kassel

Kassel. Zum Abschluss des jeweiligen Wintersemesters lädt der Fachbereich Architektur - Stadtplanung - Landschaftsplanung der Universität Kassel zur traditionellen Ausstellung „Rundgang“ ein. Vom 15. bis 17. Februar geben Studierende und Lehrende mit einer analogen Ausstellung sowie digitalen Formaten auf dem Campus Einblicke in ihre Arbeiten. Der Schwerpunkt der analogen Ausstellung liegt in diesem Jahr auf ausgewählten Kasseler Projekten.

„Ein Ausstellungsformat wie den Rundgang unter Pandemiebedingungen zu planen, ist eine große Herausforderung“, berichtet Stefanie Hennecke, Leiterin des Fachgebiets Freiraumplanung und Prodekanin am Fachbereich. Sie organisiert in diesem Jahre den „Rundgang“ mit einem Team aus wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden und möchte die Semesterausstellung zumindest in Teilen in Präsenz ermöglichen. „Nach zwei Jahren Online-Studium war es uns wichtig, einen ersten Schritt zurück in die analoge Welt zu gehen und die Projektergebnisse vor Ort auszustellen.“

Absolut richtig, zeigen doch die ausgestellten Kasseler Projekte zum einen, wie städtebauliche Problembereiche mit visionären Entwürfen korrigiert werden können und zum anderen, wie gut der Fachbereich, documenta 15,Kulturbegeisterte aber auch Bildungsträger eine Einheit bilden können.

Gewagte Visionen für ein lebenswerteres Kassel

Unter dem Titel „Autopsie der autogerechten Stadt“ nahmen sich Studierende des Holländischen Platzes an. In ASL-übergreifenden Projektteams wurden individuelle Sichtweisen auf diesen ebenso autogerechten wie für andere vernachlässigten Platz- und Straßenraum und seine Verknüpfung im Stadtraum erarbeitet. Es entstanden Entwürfe die einen Diskurs einleiten sollen - wunderbar, aber durchaus mit radikalen Ansätzen. Zum Beispiel, den Platz auf seine frühere Größe zurückzuführen und für die Menschen zurück zu gewinnen - der Verkehr verschwindet darunter. „Wir haben hier einfach mal das Areal als freies Feld betrachtet und ohne reale Einschränlungen städtebauliche Möglichkeiten visualisiert“, so Prof. Dr. Stefan Rettich.

Am Beispiel des Henschel-Geländes entwickelte das Masterprojekt „Neues Leben in alten Hallen“ n neue Ideen in den Bereichen Quartierorganisation, Wohnen, Arbeiten, Kultur, Mobilität und Freiräume. Während sich diese beiden Projekte ausschließlich im visionären, akademischen Raum bewegen und „keine Planungen, Vorhaben oder sonst etwas damit verbunden sind“, wie Prof. Dr. Hennecke mehrfach unterstrich, stehen zwei weitere Ausstellungsprojekte vor der unmittelbaren Realisierung.

Zwei Projekte sollen bis zur documenta 15 Realität sein

Im Rahmen eines gemeinsamen Architekturprojekts für Bachelor und Masterstudierende der Uni Kassel und der Lichtenbergschule sollte dort einer neuer „demokratischer Ort für die Schülerinnen und Schüler entstehen. Ansatz des Entwurfs war der Gedanke des Kollektiven Arbeitens, der auch der documenta 15 zu Grunde liegt. Die Projektteilnehmer wollten einen neuen Raum entstehen lassen, der möglichst ressourcenschonend konstruiert ist und in seiner Konzeption Gedanken des „urban minings“ aufnimmt. Aus den Arbeiten setzte eine Jury gleich zwei Entwürfe auf Platz Eins: den „mobilen Pavillon“ und das stationäre Projekt „out of the box“. Während für den Pavillon bereits die Realisierungsplanungen laufen, ist die box aus Kostengründen erst einmal auf Eis gelegt.

Bis zur documenta 15 wird auch ein weiteres Projekt in der Kasseler Realität zu bewundern und zu besuchen sein. Im Rahmen einer Kooperation mit Silvia,Maren und Lutz Freyer, Mitinitiatoren des Kunst- und Kulturortes Hugenottenhaus wurde der Garten der Kunstzone den Studierenden als Experimentierfeld zur Verfügung gestellt. Die Aufgabe: das Areal funktionell und ideell durch sogenannte „Infra-Objekte“ nachhaltig zu erweitern und so zusätzliche Möglichkeiten des Agierens, Sinnierens und Diskutierens zu ermöglichen. Für die daraus entstandenen Projekte einer Kochwerkstatt und des „Light-Wood-Towers“ benötigt man noch Unterstützung - finanziell oder durch bereitgestelltes Material (Kontakt: faizi @asl.uni-kassel.de)

Austellung läuft bis einschließlich Donnerstag

Die analoge Ausstellung in den Open Studios auf dem ASL-Campus (Universitätsplatz 9) ist noch bis einschließlich 17. Februar jeweils von 15 bis 18 Uhr für Interessierte geöffnet. Es gilt die 2G+-Regel.

An den Vormittagen laden digitale Open Talks dazu ein, die Projektpräsentationen von Lehrenden, Studierenden und Gästen online zu verfolgen und gemeinsam zu diskutieren. Ab 17 Uhr starten digitale Open Events mit Vorträgen, Diskussionsrunden sowie der Verleihung des Preises der Pfeiffer Stiftung für Architektur, mit dem die besten Abschlussarbeiten der letzten beiden Semester ausgezeichnet werden. Mehr unter www.uni-kassel.de/rundgang

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