10.000 demonstrierten in Kassel gegen rechte Gruppe

Der einschlägig vorbestrafte Christian Worch hatte auf mehr Teilnehmer gehofft, wurde jedoch enttäuscht, da nur etwas über 100 Personen seinem Aufruf folgten.
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Der einschlägig vorbestrafte Christian Worch hatte auf mehr Teilnehmer gehofft, wurde jedoch enttäuscht, da nur etwas über 100 Personen seinem Aufruf folgten.

100 Rechte demonstrierten für ihre Anliegen - 10.000 hielten in Kassel dagegen.

Kassel. Diesen Samstag wird man in Kassel so schnell nicht vergessen. Mehr als zehntausend Menschen hatten sich zu Gegendemonstrationen getroffen, um gegen einen Aufmarsch der Partei „Die Rechte“ zu protestieren. Wochenlang hatte die Stadt Kassel vergeblich versucht, die Demonstration der rechtsextremen Organisation zu verhindern. Vergeblich. Das Oberverwaltungsgericht sah in dem Aufmarsch keine Gefahr für die Stadt. Es irritierte die Richter auch nicht, dass die „Rechte“ ausgerechnet vor dem Regierungspräsidium, das von dem von einem Rechtsradikalen ermordeten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke geleitet worden ist, eine Kundgebung durchführen wollte. „Ich habe die große Demonstration vor dem Regierungspräsidium im Fernsehen gesehen und war der Ansicht, dass sich dieser Platz von der Lage her für uns eignet“, erklärte Worch im EXTRA TIP Gespräch.

Auf der rechten Fuldaseite demonstriert

Lange sah es danach aus, als ob alle Demonstrationen im Zentrum der Stadt stattfinden würden, dann einigte sich Kassel mit den Neonazis darauf, dass diese sich rechts der Fulda in der Unterneustadt treffen. Pikant: Ausgerechnet vor dem ehemaligen Gefängnis Elwe mussten dann Organisator Christian Worch und seine Mithelfer stundenlang auf ihre Fans warten. In der Zwischenzeit setzten sich in der Innenstadt die Gegendemonstrationen in Bewegung. Deutlich mehr als 10.000 Teilnehmer machten klar, dass Kassel kein gutes Pflaster für Rechtsradikale ist. Über 2000 Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet - von Hamburg bis Baden-Württemberg - sorgten den ganzen Tag lang erfolgreich dafür, dass es zu keinerlei gewalttätigen Zwischenfällen kam. Einzelne Versuche wurden im Keim erstickt.

Probleme gab es vor allem mit den Anwohnern

Mehr Probleme hatten die Polizisten mit den Anwohnern, die durch die Absperrungen behindert worden sind. Die meisten sahen es ein, dass die Stadt durch die Polizeikräfte geschützt werden mussten. Es kam aber auch immer wieder zu unschönen Szenen. Und natürlich zu Verzögerungen. Stundenlang mussten Worch und Co auf ihre Mitstreiter warten, die von der Polizei zum Versammlungsort geleitet worden waren. Etwas über hundert waren es letztendlich, die sich auf den Weg machten. Eine Enttäuschung wie Worch zugab: „Ich habe zwar nur hundert Teilnehmer angegeben, um der Presse kein Material zu geben, aber natürlich auf weitaus mehr gehofft. Aber die anderen rechten Gruppierungen haben die Chance, die wir heute in Kassel hatten nicht erkannt.“ Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle war das sicher mehr als recht.

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