„Ärzte ohne Grenzen“ bekommen Kasseler Bürgerpreis „Glas der Vernunft“

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Gaben mit den „Ärzten ohne Grenzen“ den neuen Preisträger des „Glases der Vernunft“ bekannt: Vereinsvorsitzener Bernd Leifeld, Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Vereins-Schatzmeister Dieter Mehlich. 

Nach Edward Snowden im vergangenen Jahr wird nun mit den "Ärzten ohne Grenzen" eine Institution - die sich nicht als solche versteht -  mit dem Kasseler Bürgerpreis ausgezeichnet.

Kassel. Sie leisten medizinische und psychologische Hilfe nach einem Erdrutsch in in Kolumbien, eröffnen eine Geburtsklinik in der Region um Mossul (Irak) oder kümmern sich um die Belange von Armen und Kranken, Flüchtlingen und Vertriebenen mit Projekten in rund 70 Ländern: Die Ärzte ohne Grenzen, 1971 in Frankreich als „Médecins Sans Frontières“ gegründet, bekommen in diesem Jahr den Kasseler Bürgerpreis „Glas der Vernunft“ für ihr außerordentliches Engagement. „Eine wunderbare Entscheidung der Jury“, kommentierte Oberbürgermeister Bertram Hilgen bei der Pressekonferenz im Kasseler Rathaus die Wahl des diesjährigen Preisträgers. „Bereits im Oktober vergangenen Jahres hat sich die Findungskommission darauf verständigt, dass der Preis in diesem Jahr an eine Institution gehen wird“, berichtete Bernd Leifeld, Vorsitzender des „Vereins Freunde und Förderer des Bürgerpreises Glas der Vernunft“. In ihrem Selbstverständnis seien die Ärzte ohne Grenzen übrigens keine Instituition, „sondern ein Beispiel dafür, wie ein Zusammenschluss junger Menschen mit einer Idee echte Pionierarbeit im humanitären Sektor leistet“, ergänzt Vorstandsmitglied Ernst Wittekindt.  Dr. Volker Westerbarkey, seit Mai 2015 Präsident der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, wird den Preis am Sonntag, 1. Oktober, im Opernhaus des Kasseler Staatstheaters in Empfang nehmen. Die Namen der Laudatoren werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, der Gesamtetat des etwa 300 Mitglieder starken Vereins beläuft sich auf 50.000 Euro. „Davon werden etwa 12.000 Euro aus Mitgliedsbeiträgen gedeckt, die übrige Summe aus Spenden“, wie Vereins-Schatzmeister Dieter Mehlich berichtet. Nur wenige große, aber viele kleine Spenden – häufig unter 100 Euro – würden Jahr für Jahr den Etat zusammenbringen. „Auch das zeichnet den Bürgerpreis aus – er ist getragen von der Bürgerschaft, nicht von Großsponsoren oder der öffentlichen Hand“, sagt Dieter Mehlich nicht ohne Stolz.

Im Vorfeld der Preisverleihung werden Preisträger und/oder Laudatoren beim Kasseler Jugendsymposium mit Jugendlichen der Klassen 11 bis 13 aktuelle Fragen diskutieren. 2014 war es erstmals zu dieser Kooperation gekommen, die man gerne in der Zukunft fortführen möchte.

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