Alkoholverbot in Beckett-Anlage: Keine Einigung

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In dem Streit über eine Alkoholverbotszone in der Samuel-Beckett-Anlage gibt es weiterhin keine Einigung. Die Bewohner schrieben einen offenen Brief.

Kassel. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen: Viele Menschen treffen sich bei diesem Frühlingswetter gerne draußen und trinken Alkohol. Ein beliebter Treffpunkt im Vorderen Westen ist die Samuel Beckett-Anlage. Doch das passt den Anwohnern ganz und gar nicht (EXTRA TIP berichtete).Besonders die nächtlichen Sauf-Gelage von Jugendlichen führen laut Anwohner zu Lärmbelästigung, Müll und Randale in der kleinen Grün-Anlage.

Nachdem vergangenen Winter der Ortsbeirat eine temporäre Alkoholverbotszone beschlossen hatte, hagelte es  Kritik. Das Ordnungsamt sehe aufgrund rechtlicher Einschränkungen keine Möglichkeit, ein solches Verbot einzuführen. Auch die Kasseler SPD- und Grünen-Fraktionen haben Vorbehalte. Sie forderen die Stadt auf, zu überprüfen, wo weitere Alkoholverbotszonen sinnvoll seien.Doch genau das stößt den Beckett-Bewohnern sauer auf: In einem offenen Brief an die Stadtverordnetenversammlung formulieren 30 Bewohner ihren Ärger: "Man kommt um die Vermutung nicht herum, dass die Anwohner resignieren sollen, um sich mit dem Zustand abzufinden", heißt es dort. Man fühle sich ausgetrickst und nicht ernst genommen.

Vor Entscheidung drücken

Auf Nachfrage erklärt Jürgen Michallek, Beckett-Bewohner und Schriftführer des Briefes: "Seitens der CDU bekommen wir volle Unterstützung, auch sie wollen, dass ein Alkoholverbot eingeführt wird. Doch SPD und Grüne scheinen sich um eine Entscheidung herum zudrücken."Auch juristische Bedenken führen die Sozialdemokraten an. "Beim Bebelplatz und in der Goetheanlage gab es keine rechtlichen Bedenken, warum dann hier?", fragt sich Michallek und klagt, dass SPD und CDU schon aus Prinzip keine gemeinsame Linie finden können: "Warum sind die Fraktionen nicht in der Lage, gemeinsam was zu machen, im Ortsbeirat klappte das ja auch."

Kein "Rentner-Paradies"

Um ein "Rentner-Paradies" in der Beckett-Anlage zu erschaffen, gehe es den Anwohner jedoch nicht. "Wir finden es schön, dass hier was los ist. Wir wollen keine Leute vertreiben. Aber wenn nachts randalierende Jugendliche, teilweise Minderjährige, lautstark Parties feiern, dann geht das einfach nicht", stellt Michallek klar.Sie fordern nun, dass der Vorschlag der CDU – schnellstmöglich eine Alkoholverbotszone von 22 bis 8 Uhr einzuführen     – mit dem Antrag der SPD – die Stadt auf weitere Vebrotszonen zu überprüfen– verknüpft wird. Denn das Problem mit trinkendenJugendlichen sei ein grundlegendes, gesellschaftliches Problem.In der letzten Stadtverordnetenversammlung vom 23. März kam es nicht zu einer Einigung. Nun hofft Jürgen Michallek, dass in der kommenden Versammlung am Montag, 4. Mai, eine Entscheidung fällt.

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