Alles begann vor 150 Jahren

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Kassel. Fabrikanten, Handwerker und Kaufleute waren Gründerväter der Kasseler Bank.

Kassel. Die Geschichte der Kasseler Bank begann vor 150 Jahren am 25. Januar 1864 mit der Gründung des Creditvereins zu Cassel – heute zählt das nordhessische Finanzins-titut zu den großen Genossenschaftsbanken in Hessen.

Ganz im Sinne der Idee "Hilfe zur Selbsthilfe" von Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, den Gründervätern des Genossenschaftswesens, schlossen sich 72 Fabrikanten, Handwerker und Kaufleute zusammen, um der seinerzeit herrschenden wirtschaftlich schlechten Lage entgegenzuwirken. Sie gründeten vor 150 Jahren den Creditverein zu Cassel, dessen Vorsitz der damalige Kaufmann Louis Credé innehatte.Weitere bekannte Kasseler Bürger, wie der Lokomotivfabrikant Oscar Henschel, der Kaufmann Louis Rosenzweig und der Buchhändler Georg Heinrich Wigand (Mitinitiator der ersten Straßenbahn vom Königsplatz nach Wilhelmshöhe im Jahr 1877; die Wigandstraße erinnert an ihn) gehörten ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern.

An den wenigen Namen wird deutlich, dass hier mit bürgerschaftlichem Engagement – abseits staatlicher Lenkung und Eingriffe – in selbstbestimmter Weise eine Einrichtung geschaffen werden sollte, die die wirtschaftliche Förderung aller gesellschaftlichen Gruppen in der Stadt und später in der gesamten Region zum Ziel hatte. Um an dieser Förderung teilzunehmen, bedurfte es nur des Beitritts zu der neu geschaffenen Gemeinschaft. Diese Grundgedanken sind bis heute unverändert und in der Satzung der Kasseler Bank festgeschrieben.

Mit 20.000 Talern Betriebskapital nahm der Verein seine Geschäfte auf. Wie schnell sich das Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" durchsetzte, belegt die Entwicklung: Bereits ein halbes Jahr nach der Gründung erhöhte sich das Betriebskapital um 150 Prozent. Nach 25 Jahren waren aus 72 Mitgliedern 2.250 Bankteilhaber geworden. Dank solider und guter Geschäftspolitik wuchs das Geschäftvolumen immer weiter an. Über alle Wirren der Geschichte hinweg entwickelte sich die Genossenschaft im Laufe der Jahrzehnte zu einer bedeutenden Regionalbank. Nach einer Umfirmierung im März 1943 in "Volksbank Kassel" folgten in den späteren Jahrzehnten weitere Zusammenschlüsse, wie beispielsweise mit der Waren-Kredit-Genossenschaft (1969), der Volksbank Bad Wildungen mit Filialen in Korbach und Bad Arolsen (1970) und der Volksbank Hofgeismar (1991).

Parallel zur Volksbank verlief die Geschichte der Raiffeisenbank Kurhessen. Sie beginnt im Jahr 1929 mit der Gründung der Kurhessischen Kreditgenossenschaft. Im Zuge der Verschmelzung mit der Raiffeisenkasse Niederzwehren und der Gewerbe- und Landwirtschaftsbank Niederzwehren in 1964 folgte noch im selben Jahr die Umbenennung in Raiffeisenbank Kurhessen. Später kam es zu Zusammenlegungen mit der Raiffeisenkasse Wolfsanger (1966), der Raiffeisenkasse Dennhausen-Dittershausen (1968), der Raiffeisenkasse Waldau (1969) sowie zwei Jahre später mit der Raiffeisenkasse Vellmar. Die letzten großen Fusionen ereigneten sich 1991 und 1992 mit der Raiffeisenbank Fuldatal-Simmershausen und der Raiffeisenbank Niestetal.

Nachdem die Volksbank Kassel und die Raiffeisenbank Kurhessen über mehrere Jahrzehnte als eigenständige Genossenschaftsbanken am Markt agierten, schlossen sich beide Unternehmen im November 1996 zur heutigen Kasseler Bank eG zusammen. Zuletzt kam in 2001 die Raiffeisenbank Hofgeismar eG hinzu.

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