Kaffeemobil fungiert als Stadtteiltreff

Trotz geschlossener Räume ein offenes Ohr für die Anwohner: Das Kaffeemobil des Nachbarschaftsvereins „piano“ steuert die Wohnquartiere an. Foto: Lantelme/GWG
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Trotz geschlossener Räume ein offenes Ohr für die Anwohner: Das Kaffeemobil des Nachbarschaftsvereins „piano“ steuert die Wohnquartiere an. Foto: Lantelme/GWG

Kreative Idee von der Wohnungsbaugesellschaft GWG und dem Nachbarschafts-Verein "piano": Weil die Treffpunkte geschlossen bleiben müssen, geht jetzt ein Kaffeemobil auf Tour durch die Wohnquartiere.

n Kassel. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die vom Nachbarschaftsverein piano e. V. piano) geführten fünf Stadtteiltreffpunkte der Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel GWG) geschlossen. Um aber trotzdem für die Kunden da zu sein, haben sich GWG und piano eine kreative Alternative überlegt. Es wurde ein Kaffeemobil angeschafft, das regelmäßig von montags bis freitags jeweils einen der fünf Stadtteiltreffpunkte anfährt. Im Angebot Kaffee, Waffeln, Spiele, Beratung und immer ein offenes Ohr für die Gäste. Der Probelauf ist abgeschlossen. Zwischenzeitlich hat sich das Kaffeemobil zu einer festen Instanz und Anlaufstelle für GWG-Kunden entwickelt. Es wird sehr gut angenommen. Die Menschen sind begeistert und dankbar.

Viele Menschen nutzen regelmäßig die vielfältigen Angebote der Stadtteiltreff-punkte vor Ort, ihr lebendiges Zentrum des nachbarschaftlichen Engagements und der Begegnung. Durch die coronabedingte Schließung der Treffs fehlt den Menschen dieser soziale und gesellschaftliche Anker. Eine schleichende Vereinsamung, insbesondere von alleinstehenden und älteren Menschen ist deutlich spürbar; physische und psychische Beeinträchtigungen sind die Folge.

Das Credo des GWG-Chefs Peter Ley lautet: „Wenn wir unser Angebot nicht in unseren Stadtteiltreffpunkten anbieten können, verlagern wir es nach draußen. Mit dem Kaffeemobil fahren wir regelmäßig in unsere Quartiere, um unsere Kunden aus ihrer Wohnung zu holen.“

Das Angebot reicht vom Schwätzchen beim Kaffee bis zu Bewegungs- und Spielangeboten für Jung und Alt. Das Kaffeemobil ist eine wertvolle Möglichkeit, die Menschen zu erreichen.

„Über Jahre haben wir die Arbeit und Angebote in den Stadtteiltreffpunkten kontinuierlich auf- und ausgebaut. Umso wichtiger ist es auch in dieser Zeit mit geschlossenen Treffpunkten, Beschränkungen und reduzierten Kontakten, präsent und ansprechbar zu bleiben“, so Annett Martin, Sozialmanagerin der GWG.

Mit dem Nachbarschaftsverein piano gestaltet und pflegt die GWG gute Nachbarschaften. Die Menschen schauen, setzen sich und kommen ins Gespräch. Sie lernen sich kennen, erzählen über ihre Sorgen und Nöte, aber auch über das was sie freut und glücklich macht. Vertrauen wird aufgebaut und das Team von piano e. V. kann weitergehende Hilfe und Unterstützung anbieten, wo dies nötig ist. Es ist das erklärte Ziel der GWG und des Vereins, möglichst viele Menschen zu erreichen, um flexibel auf Bedarfe und Bedürfnisse reagieren zu können. Die Schwelle, Kontakt aufzunehmen, soll möglichst gering sein. Ley und Martin sind sich sicher, dass das Kaffeemobil perfekt in das Konzept passt. „Wenn die Stadtteiltreffpunkte wieder öffnen können, wird das Mobil weiter im Einsatz bleiben“, erklärt der GWG-Chef. „Dann erweitern wir den Einsatz auf GWG-Wohnquartiere, die keinen Stadtteiltreff als Begegnungsort haben“, so Ley.

Kaffeemobil

piano ist ein gemeinnütziger Verein, der sich ausschließlich über Spenden finanziert. Für die Finanzierung des Kaffeemobils konnten regionale Unternehmen gewonnen werden, die gemeinsam mit der GWG die Finanzierung des Fahrzeugs übernommen haben. Das Finanzierungsmodell ist auf 5 Jahre ausgelegt. Die Spender können das Kaffeemobil für eigene Veranstaltungen einsetzen. Aber auch andere Interessierte können das Kaffeemobil für ihre Zwecke mieten. Weitere Informationen zum Kaffeemobil auf

www.piano-kassel.de:

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