Angst bei Obstbauern in der Region: Kirschessigfliege im Anflug

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Region. „Für heimische Gartenbesitzer gibt es derzeit leider keine Möglichkeit der Bekämpfung“, erläutert Christoph Hoyer vom Pflanzenschutzdezernat.

Region.Lästige Essig- oder Fruchtfliegen sind jetzt in fast jeder Küche an Obst und Fruchtsäften oder Wein zu finden. Diese Tiere sind zwar unangenehm aber völlig harmlos, da sie vom Saft der Früchte naschen, nicht aber das reifende Obst zerfressen. Ganz anders sieht es bei der eng verwandten und etwas größeren Kirschessigfliege aus. Dieser vermehrungsfreudige Pflanzenschädling stammt ursprünglich aus Asien und wurde vor einigen Jahren auch in Südeuropa heimisch. Inzwischen ist die Kirschessigfliege bis nach Hessen vorgedrungen. Im Garten zerstören die gefräßigen weißen oder cremefarbenen Larven das Fruchtfleisch von Kirschen, Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren. Auch Weintrauben und andere weichschalige Früchte werden nicht verschont.

"Derzeit zeigen vor allem Brombeeren den typischen Befall", erläutert Christoph Hoyer vom Pflanzenschutzdezernat des Gießener Regierungspräsidiums. In den vergangen Wochen habe sich die Kirschessigfliege dank ihrer enormen Vermehrungsfähigkeit bereits stark in Südhessen verbreitet und dort auch zu erheblichen Schäden an Kirschen sowie Himbeeren und Brombeeren geführt. Auch in Nordhessen sei die Kirschessigfliege bereits an Brombeeren gefunden worden. Im kommenden Jahr müsse man auch in übrigen Regionen mit starkem Befall rechnen. In den geschädigten, leicht zusammengefallenen Früchten seien mit etwas Geduld die weißen oder cremefarbenen Larven des Schädlings zu finden. In welchem Maße es auch zu Schäden an Erdbeeren kommen werde, sei nicht zu prognostizieren. Es fehle noch an Erfahrungen mit dem neuen Schädling, der ganz besonders für die professionellen Beerenobstanbauer eine ernsthafte Bedrohung darstelle.

"Für heimische Gartenbesitzer gibt es derzeit leider keine Möglichkeit der Bekämpfung", erläutert Hoyer. "Geeignete Pflanzenschutzmittel stehen nicht zur Verfügung und durch die engen Maschen von Kulturschutznetzen, die sehr gut gegen die verschiedenen Gemüsefliegen wirken, schlüpfen die winzigen Kirschessigfliegen einfach hindurch." Man könne im Moment deshalb nur abwarten, wie schnell der Schädling sich weiter ausbreitet und ob er auch in Zukunft so massiv auftreten wird, wie in diesem Jahr.

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