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Auf A44: Polizei schnappt zwei Skimming-Bulgaren

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Skimming
Verdacht auf Skimming: Bei Verkehrskontrolle auf A 44 im Landkreis Kassel in Pkw aufgefundene und sichergestellte Gegenstände. © Polizei

Betrüger manipulieren Geldautomaten und spähen PINs aus - 30.000 Euro Schaden bei zwei Fällen in Baunatal

Nordhessen Bei einer Verkehrskontrolle auf der A 44 sind vergangene Woche Dienstag in einem Pkw elektronische Bauteile für mutmaßliche „Skimming“-Taten und eine größere Menge Bargeld entdeckt worden. Beamte des Zolls hatten den Wagen am Abend auf einem Parkplatz der Autobahn bei Breuna im Landkreis Kassel kontrolliert und die Gegenstände gefunden. Die beiden 37 und 42 Jahre alten Insassen wurden daraufhin festgenommen und die Beweismittel sichergestellt. Die Festgenommenen stehen im Verdacht, im Zusammenhang mit „Skimming“-Fällen, bei denen Täter Geldautomaten technisch manipulieren und Daten sowie PINs von Zahlungskarten ausspähen, zu stehen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kassel sind die aus Bulgarien stammenden Männer wegen der gemeinschaftlichen Vorbereitung der Fälschung von Wertzeichen einem Haftrichter vorgeführt worden und sitzen nun in Untersuchungshaft. Bei den weiteren Ermittlungen wird derzeit umfangreich geprüft, inwieweit die Tatverdächtigen im Zusammenhang mit ungeklärten Skimming-Fällen in Deutschland stehen könnten.

Der Pkw mit bulgarischer Zulassung war am Dienstag, gegen 21.30 Uhr, auf dem Parkplatz „Schoren“ an der A 44 in Richtung Dortmund kontrolliert worden. Die Zollbeamten riefen nach dem Fund der Skimming-Technik und eines vierstelligen Bargeldbetrages die Polizei hinzu. Die beiden Tatverdächtigen wurden anschließend ins Polizeigewahrsam gebracht. Die weiteren Ermittlungen übernahmen die Beamten des Fachkommissariats 23/24 der Kasseler Kripo. Unter den sichergestellten Gegenständen befanden sich Kunststoffblenden für Geldautomaten mit Leiterplatinen und Akkus und weitere elektronische Bauteile. Bei Skimming-Taten werden derartige Teile an Geldautomaten ein- oder angebaut, um sowohl die Daten der Karte auszulesen als auch mit einer kleinen Kamera die Eingabe der PIN abfilmen zu können. Anschließend erstellen die Täter Doubletten der Originalkarten und heben mit diesen unter Eingabe der ausgespähten PIN an anderen Geldautomaten Bargeld vom Konto der Geschädigten ab. Aufgrund technischer Anpassungen der Kreditinstitute ist das Kopieren und Ausspähen der Daten bei den meisten Bankkartentypen inzwischen aber nicht mehr möglich.

Zusammenhang zu Skimming-Fällen in Baunatal wird geprüft

Nichtsdestotrotz gehen die Täter beim Skimming genau solche Geldautomaten an, bei denen Karten zum Einsatz kommen, die noch ausgelesen werden können. So wurde bei einem Kreditinstitut in Baunatal im Sommer dieses Jahres offenbar ein Geldautomat manipuliert und mehrere Karten ausgelesen sowie kopiert.

Anschließend meldeten sich rund 30 Geschädigte bei der Polizei, von deren Konten Geld abgehoben wurden, obwohl sie noch im Besitz ihrer Karte waren. Der Gesamtschaden beläuft sich allein in diesen Fällen insgesamt auf ca. 30.000 Euro. Die Ermittler des K 23/24 prüfen nun auch, ob diese Taten im Zusammenhang mit den festgenommenen Tatverdächtigen stehen könnten.

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