Aufatmen bei Geschäftsleuten und Erleichterung fürs Personal: 2G-Regel im Einzelhandel ist weggefallen

Sieht den Wegfall der 2G im Einzelhandel positiv: Fabian Hilbich vom Wild Wood Gallery & Store.
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Sieht den Wegfall der 2G im Einzelhandel positiv: Fabian Hilbich vom Wild Wood Gallery & Store.

Die Kontrollpflicht des Impf- oder Genesenen-Status entfällt: Einzelhändler müssen aber nun darauf achten, dass jeder Kunde eine FFP2-Maske trägt. Wie Kasseler Einzelhändler den Wegfall der 2G-Regel beurteilen.

Aufatmen im Einzelhandel: Die Kontrolle der 2G-Regel in vielen Geschäften fällt ist seit Monat weggefallen. Allerdings müssen die Geschäftsleute nun darauf achten, dass jeder Kunde eine FFP2-Maske trägt.

Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg: „Wir begrüßen, dass die 2G-Regeln für den gesamten Einzelhandelaufgehoben worden sind. Es ist gut, dass die Ungleichbehandlung von Grundversorgern, die allen offenstehen, und Fachgeschäften, die ihre Kunden bislang streng kontrollieren müssen, nun endet. Schließlich belastet diese Schieflage die vielen Sortimentsanbieter seit langem einseitig und zehrt an ihrer finanziellen Substanz – nun können sie wieder positiver in die Zukunft blicken. Das verpflichtende Tragen von FFP2-Masken in Geschäften ist eine geeignete Lösung, um effektiv vor Infektionen zu schützen. Bisher hat sich der Handel nicht als Infektionstreiber erwiesen. Wichtig ist darüber hinaus, den Blick auf besonders betroffene Branchen wie die Gastronomie zu richten, die sich in einer bedrohlichen Lage befindet, wie unsere IHK-Konjunkturumfrage vom Jahresbeginn zeigt.

„Meine Mitarbeiter sind froh, dass sie nicht mehr jeden Kunden kontrollieren müssen“, so Michael Maciejewski, Mitinhaber vom Streetwear-Modeladen Chewing Gum in der Einkaufsgalerie City Point. Darauf zu achten, ob der Kunde die richtige Maske trägt, sei viel einfacher.

Einen Schritt zu mehr Normalität, durch den Wegfall der 2G-Regel, sieht Fabian Hilbich vom Wild Wood Gallery & Store auf der Friedrich-Ebert-Straße. Als er am Montag seine Ladentür öffnet, muss er erstmal den alten Hinweis auf die 2G-Regel von der Eingangstür entfernen. „Ich sehe es positiv und freue mich über alles, was mehr Normalität bedeutet“, so Hilbich.

Allgemein weniger Leute unterwegs

„Im Moment ist es schwierig, egal ob mit oder ohne 2G“, sagt Nina Stein von Gobogini, Filzkunst und Mode. „Viele Menschen sind im Homeoffice, gehen nicht mehr so viel raus, stöbern nicht mehr durch die Läden, sind apathisch - das ist zumindest mein Eindruck“, sagt Nina Stein. Aufgegeben hat sie aber nicht. Sie hofft, dass die Lage sich jetzt weiter entspannt und „es langsam wieder so wird, wie früher.“

Monika Schlink von Kellners Spielwelt in Kaufungen kommentiert den Wegfall der 2G-Regel wie folgt: „Für das Personal ist es natürlich eine Erleichterung, wenn die Kunden nicht mehr kontrolliert werden müssen. Natürlich sind OP-Masken zum Tragen angenehmer als FFP2-Masken, aber ganz klar: Es überwiegt die Erleichterung.“

Das Zelt in der Goethestraße vor dem Fachgeschäft edelmann bike OHG war nicht zu übersehen, diente es doch zu Hoch-Zeiten der Corona-Restriktionen u. a. auch als Verkaufsstätte. Inhaber Rudi Edelmann: „Das erste Zelt haben irgendwelche Vandalen zusammengetreten, das zweite ist uns vom Wind weg geweht worden“. Doch nicht nur deswegen begrüßt er den Wegfall der 2G-Regel und damit den ungehinderten Zugang in Ausstellung und Shop. „Da spielt doch auch die Psychologie mit: die Hemmschwelle, ein Geschäft zu betreten, sinkt, wenn man nicht jedes mal am Eingang irgendwelche Nachweise vorzeigen muss“. Er hat den Eindruck, dass jetzt schon mehr Kundinnen und Kunden in seinem Fachbetrieb waren, als sonst zu dieser Jahreszeit und „auf jeden Fall“ mehr, als in den zurückliegenden Tagen. Rudi Edelmann schmunzelt: „Wenn die Ämter nicht alles wieder zurück drehen, kann ich Ihnen in vier Wochen mehr dazu sagen.“

„Hotspot“-Regeln gelten nicht mehr

Kassel Die Hessische Landesregierung hat Änderungen der Coronavirus-Schutzverordnung beschlossen, die am Montag in Kraft getreten sind. Auch die bis dato gültige Hotspot-Regelung bei einer Inzidenz über 350 ist aufgehoben worden.

Damit entfällt auch in Kassel das bisher durch die Coronavirus-Schutzverordnung angeordnete Alkoholkonsumverbot an bestimmten Orten sowie die allgemeine Maskenpflicht in der Fußgängerzone.

Für öffentliche Veranstaltungen, zum Beispiel Kultur- und Sportveranstaltungen, gilt inzidenzunabhängig:

Im Freien:

- 10.000 Teilnehmer/Zuschauer

- ab dem 250. Platz max. 50 Prozent Auslastung

- 2G über 10 Teilnehmer/Zuschauer

- 2G Plus über 250 Teilnehmer/Zuschauer

In Innenräumen:

- 4.000 Teilnehmer/Zuschauer

- ab dem 250. Platz max. 30 Prozent Auslastung

- 2GPlus über 10 Teilnehmer/Zuschauer

Die 2G-Regel im Einzelhandel wird aufgehoben. Stattdessen gilt die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske für alle Personen über 15 Jahren im gesamten Einzelhandel, also auch im Supermarkt, in der Drogerie und Ähnliche.

Für Kinder und Jugendliche gilt wie bisher: Kinder unter sechs Jahren haben keine Maskenpflicht; bis einschließlich 15 Jahre ist die medizinische Maske vorgeschrieben; ab 16 Jahre ist die FFP2-Maske verpflichtend.

Die inzidenzabhängigen Hotspot-Regeln werden aufgehoben. Stattdessen gilt landesweit inzidenzunabhängig die Festlegung von 2GPlus in Innenräumen

- bei allen Veranstaltungen und Kulturangeboten ab 10 Personen

- in Freizeiteinrichtungen

- in Schlössern, Museen, Galerien und Gedenkstätten

- in gedeckten Sportstätten

- bei touristischen Übernachtungen und der Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen in Übernachtungsbetrieben

Prostitutionsstätten dürften mit 2G-Plus-Regel, Kontaktdatenerfassung sowie Abstands- und Hygienekonzept wieder öffnen.

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