Aufgeschnappt: Von Pommesbuden bis zum Herrengedeck

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Da waren sie noch zu zweit: Die Gastronomen Marcus Bittner (Alt Süsterfeld, li.) und Bartholomäus Betko (Schöne Aussicht, re.) haben ihre GbR aufgelöst.

In dieser Woche war wieder einiges in Kassels Gastro- und Kulturszene los. Die Highlights lest Ihr in unserer Rubrik Aufgeschnappt

Herrengedeck und Kellerkind

Kassel. In ganz Kassel wird Kunst gezeigt – es ist ja auch documenta. Dass Kunst und Bier super zusammenpassen, zeigen die Jungs von der Braumanufaktur Steckenpferd nicht erst seit der documenta. Bei der Ausstellung „Herrengedeck“ gab es nicht nur das allseits bekannte Kassel-Bier „läuft“, sondern auch die neuste Kreation von den Braukünstlern Johannes Alt und Erik Schäfer, das „Kellerkind“, zu probieren. „Das ‘Kellerkind’ ist ein relativ klassisches Kellerbier mit schönen Fruchtaromen. Gebraut nach dem Reinheitsgebot“, erklärt Erik Schäfer. Zudem zeigen Schäfer, Frank Dölling und Matthias Esch in der Braumanufaktur derzeit Fotografien, Malerei sowie Neonleuchtschriften und Grafiken.

Aufmerksame Zuhörer: Martin Schmitz berichtete unter anderem, dass im Fenster9 der Galeria Kaufhof früher´eine Pommesbude war.

Vortrag über Frittenbuden

Kassel. An dem Ort, an dem sich über die documenta-Zeit die Kunstbar Fenster9 befindet, war früher einmal eine Pommesbude beheimatet. Deswegen passte es ideal, das Martin Schmitz (Diplom Ingenieur, Autor des Buches „Currywurst mit Fritten – Über die Kultur der Imbißbude" und seit 2013 Dozent an der Kunsthochschule Kassel) dort vor der Galeria Kaufhof auf dem Opernplatz auf Einladung des Fenster9-Teams seinen Vortrag „Kassel hatte einmal 46 Frittenbuden“ hielt. Der Vortrag über sein Diplom bei Lucius Burckhardt, dem Begründer der Promenadologie - der Spaziergangswissenschaft, dessen Arbeiten auch auf der documenta14 zu sehen sind, kam bei den Gästen gut an. Kein Wunder: Pommes mag doch jeder, oder? Das „ambulante Essen“, wie es Schmitz nennt, mag er übrigens immer noch, denn für seine Diplomarbeit hat er natürlich die Buden auch getestet. Als Danekschön gab’s vom Fenster9-Team deshalb auch eine Portion Pommes. In seinem Vortrag zeigte Schmitz auch Bilder von Kasseler Pommesbuden aus vergangen Zeiten und berichtete von der Kultur dahinter. Denn viele davon gibt es leider nicht mehr. Dabei waren einige von ihnen wahre architektonische Highlights.

DJ Rene Bieler: Das Aus der Karriere?

Kassel. Mit einem emotionalen Post auf seiner Facebookseite kündigte DJ Rene Bieler am Sonntagmittag das Ende seiner DJ-Karriere an: „Nächstes Jahr ist mein letztes Jahr als DJ - dann habt ihr endlich Ruhe vor mir“, schrieb Bieler, der als Club DJ anfing und sich zuletzt als Hochzeits-DJ einen Namen machte. In seinem Posting schreibt er unter anderem: „Es ist jedes Wochenende immer ein Wahnsinnsdruck alles zu schaffen... ich muss echt langsam die Notbremse ziehen... im Moment merke ich nur, dass ich keine Lust mehr habe... ich bin schon lange an meine mentalen Grenzen gekommen... da gibt es diesen lustigen Spruch: Burn Out ist was für Anfänger, ich bin schon bei fuck off!“

Das Doppel-B ist nur noch einer

Kassel. Gemeinsam starteten sie mit dem „Alt Süsterfeld“ durch und führten es zu neuem Glanz und hohem Ansehen in Kassel. Dann übernahmen Bartholomäus Betko und Marcus Bittner mit dem Restaurant „Schöne Aussicht“ ein in die Jahre gekommenes Ausflugslokal mit großem Biergarten, traumhaft an der Dönche gelegen. Und nun? „Seit 1. Januar 2017 ist die GbR zwischen Marcus Bittner & Bartholomäus Betko aufgelöst. Marcus Bittner führt das Gasthaus Alt Süsterfeld unter der gewohnten Qualität alleine weiter“, richtet sich das offizielle Statement an Freunde, Gäste und Bekannte. Im Umkehrschluss verantwortet nun auch Bartholomäus Betko die „Schöne Aussicht“ nun alleine. Seine Seite ziert auch das „BB“-Logo, mit dem die beiden einst gemeinsam an den Start gingen und nun seinen Vor- und Nachnamen abbildet. Mehr Infos: www. schoeneaussicht-kassel.de und www.altsuesterfeld.de

Bio-Hotel geht an Thomas Nähler

Kassel. Das Biohotel Wilhelmshöher Tor hat einen neuen Besitzer: Zum 1. Juni hat der Kasseler Hotelier Thomas Nähler, unter anderem Inhaber des Design-Konferenzhotels Steinernes Schweinchen, den Betrieb übernommen. „Die Finanzberatung ist unser Kerngeschäft und wir wollen uns künftig ausschließlich darauf konzentrieren“, sagt Plansecur Geschäftsführer Johannes Sczepan. Der Finanzdienstleister hatte über ein Tochterunternehmen das Wilhelmshöher Tor seit der Eröffnung im Jahr 1997 betrieben. Das Hotel behält seinen Namen, der Bio-Ansatz wird weiterverfolgt und alle Mitarbeiter werden übernommen. Thomas Nähler: „Das Hotel Wilhelmshöher Tor passt hervorragend in unser Portfolio: Nicht nur wegen der Nähe zu unseren anderen Hotels, sondern auch, weil das zertifizierte Bio-Konzept eine hervorragende Ergänzung zu unseren anderen Häusern ist. Dieses Konzept werden wir beibehalten. Der sehr professionelle Tagungs- und Seminarbereich, welcher in Kooperation mit Plansecur genutzt wird, stellt für die Nähler-Gruppe eine Bereicherung dar.“

Preise für Tänzer und Schauspieler

Kassel. Die Fördergesellschaft Staatstheater Kassel hat zwei junge Künstler mit dem jährlich vergebenen Förderpreis ausgezeichnet: Der mit jeweils 1000 Euro dotierte Nachwuchspreis ging an den aus Uganda stammenden Tänzer Shafiki Sseggayi und den Schauspieler Hagen Bähr. Shafiki Ssegayi hat in Uganda ein Ingenieursstudium abgeschlossen – währenddessen allerdings in mehreren afrikanischen Tanzcompagnien getanzt. Seit der Spielzeit 15/16 ist er als fest im Ensemble und tanzte in Johannes Wielands Stück „you will be removed“, das im Oktober wieder aufgenommen wird; in „Erzengel“, „Marianengraben“ und zuletzt in „rite of spring“, einer Produktion des Tanztheaters gemeinsam mit dem Staatsorchester. Hagen Bähr ist seit einem Jahr am Staatstheater Kassel. Er begann als Karl Moor in „Die Räuber“, übernahm dann sofort den Ferdinand in „Kabale und Liebe“ und war die Mag Wildwood in „Frühstück bei Tiffany“. Zur Zeit probt er als Albert in „ Die Leiden des jungen Werther“, Premiere ist am 10. September.

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