Auftakt zum Rocker-Prozess: Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

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In Kassel hat heute der Prozess gegen vier Angeklagte aus der Rockerszene begonnen, die einen Mann erpresst und beraubt haben sollen.

Kassel. Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen heute morgen im Kasseler Amtsgericht. Nachdem die erste Hauptverhandlung im Januar gegen vier Mitglieder des Rockerclubs "Hells Angels" ausgesetzt worden war, wurde heute der zweite Anlauf gestartet. Angeklagt sind zwei Brüder im Alter von 48 und 51 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 26 und 27 Jahren aus Adelebsen wegen des Verdachts der versuchten gemeinschaftlichen Erpressung sowie Diebstahls. Unter den Besuchern sind keine "Brüder" - wie sich die Clubmitglieder untereinander nennen -  zu erkennen. Ein Kenner der Szene: "Die haben das Ding auf eigene Faust gedreht. Man hat sie aus dem Club geschmissen."

Der 48 Jahre alte Angeklagte soll am 24. September 2014 gemeinsam mit seinem Bruder sowie den beiden Mitangeklagten, die Prospects (Probemitglieder) der Rockergruppierung sind, einen 60 Jahre alten Mann in Wahlsburg (Altkreis Hofgeismar) aufgesucht und unter Drohungen versucht haben, von diesem 100.000 Euro zu erlangen. Weiter sollen sie dem Mann einen Laptop, Bargeld sowie ein Bild aus der Wohnung geklaut haben.

Laut Anklageschrift soll der Mann aus Wahlsburg Mitgliedern des Rockerclubs unterstellt haben, dass sie bei ihm in die Wohnung eingebrochen seien, nachdem sie ihm bei einem Umzug geholfen haben. Weil der Rocker-Prasident durch die Verdächtigungen seinen ganzen Club verunglimpft sah und dadurch auch den möglichen Ausschluss des Hells Angels MC Charters Göttingen aus der Oberorganisation Hannover befürchtete, sollte der 60-Jährige 30.000 Euro Schadensersatz zahlen. Für die Zahlung soll von dem 48 Jahre alten Angeklagten im Nachgang eine Frist bis zum 29. September gesetzt worden sein. Bei Nichtzahlung drohten die Rocker angeblich, ihn zu erschießen.

Alter Mann sei Einbrecher

Über den tatsächlichen Einbrecher – einen "alten Mann” – will das Rocker-Quartett in den Besitz des Laptop des 60-Jährigen gekommen sein. Weil sich darauf große Mengen kinderpornografischer Dateien befanden, sollte der Wahlsburger um 100.000 Euro erpresst werden.

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