Aus und vorbei: documenta-Geschäftsführerin muss gehen

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Der künstlerische Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, und die Geschäftsführerin Annette Kulenkampf bei der Eröffnung der Weltkunstausstellung im Juni vor dem Fridericianum. Während die Amtszeit von Szymczyk mit dem Ende der Ausstellung regulär endete, muss Kulenkampff, die einen Vertrag bis 2019 hatte, nun vorzeitig am 1. Juni 2018 ihre Arbeit in Kassel beenden.

Kassel - Nach der letzten Aufsichtsratssitzung hatten es viele bereits erwartet. Jetzt wurde kurz und knapp bekannt gegeben, dass sich die documenta GmbH von ihrer Geschäftsführerin Annette Kulenkampff trennen wird.

„Die Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Frau Annette Kulenkampff, wird nach einer erfolgreichen documenta 14 zum 1. Juni 2018 in beiderseitigem Einvernehmen aus der Gesellschaft ausscheiden, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Der Aufsichtsrat dankt Frau Kulenkampff für ihren außergewöhnlichen persönlichen Einsatz bei der documenta 14 und für ihre Bereitschaft, bis dahin an der Schaffung wichtiger struktureller Voraussetzungen für eine erfolgreiche documenta 15 mitzuwirken.

Dies gilt insbesondere auch für die Findung der künstlerischen Leitung der documenta 15“, war der Presseerklärung aus dem Rathaus zu entnehmen. Die documenta hat an der Presseerklärung nicht mitgewirkt, wie Pressesprecherin Henriette Gallus erklärte. „Hoffentlich wurde diese Presseerklärung auch an die Medien in aller Welt geschickt. Wir bekommen täglich Anfragen, was denn eigentlich los ist.“

Rote Zahlen sind Grund für Trennung Grund für die Trennung von der Geschäftsführerin waren die roten Zahlen, die noch vor dem Ende bekannt geworden waren. Ohne Rücksicht auf das Image der documenta hatten Aufsichtsratsmitglieder diese Zahlen an die Öffentlichkeit gebracht. Von sieben Millionen Euro Miese war die Rede und davon, dass die documenta vor dem Konkurs stehen würde. Stadt und Land hatten zu dem Zeitpunkt schon mit einer Bürgschaft über acht Millionen Euro dafür gesorgt, dass die Rechnungen bezahlt werden konnten.

Heute sieht es so aus, als ob es auf rund 5,4 Millionen Euro Verluste hinaus laufen könnte. Die genauen Zahlen werden erst im Laufe des Jahres 2018 ermittelt, wenn Griechenland die während der documenta erhöhten Mehrwertsteuern zurückzahlen wird. Rund 100.000 Euro hat die Expertise der Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) gekostet. Eine Summe, die die Stadt bisher allein tragen muss.

Die Wirtschaftsprüfer hatten ihren Bericht im Aufsichtsrat vorgetragen, während Annette Kulenkampff zwei Stunden im Rathausflur warten durfte. Schon da war klar, dass es kein „Weiter so“ geben wird. Spannend ist jetzt, wie die Staatsanwaltschaft agiert.

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