Ausziehen für die Kunst: Ungewöhnlichem Aufruf von Kasseler Schauspielhaus folgten 280 Komparsen

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Warteten im Morgenmantel im Schauspielhaus-Foyer: Peter Blumenstein aus Kassel (re.) hatte den Aufruf in der Zeitung gelesen und unterstützt das Theater gern. Für Andreas Nicola aus Baunatal stand so ein Auftritt auf seiner To-do-Liste: „Ich wollte mal Teil einer Inszenierung sein.“
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(v.li.) Lena Palazio: „Sowas sollte man immer unterstützen. Und man kann seinen Kindern später mal davon erzählen“. Vivien Rüppel: „Das stand auf meiner Liste der verrückten Dinge, die ich tun will. Ich finde die Inszenierung gut, dass man der Gesellschaft den Spiegel vorhält.“ Cynthia Kaufhold: „Ich war neugierig darauf und wollte mal reinschnuppern. Ich mag verrückte Sachen.“ Die Drei waren auch neugierig darauf, welche Leute bei sowas überhaupt mitmachen. Ihr Fazit: Überraschend viele ältere Leute!
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(v.li.) Magali Suckert aus Witzenhausen kam mit ihrer Mutter Carola und Freundin Hannah Bickel. „Ich finde es klasse. Man sollte mit Nacktheit offener umgehen.“ „Meine Tochter hat mir davon erzählt, ich war begeistert und habe spontan mitgemacht“, so Carola. Hannah ergänzt: „Nacktsein ist schön und Kunst macht frei.“
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Sie gehen mit Nacktheit offen um: Für ein Pressefoto zogen einige der Komparsen auch vor dem Saal blank.
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Von 500 gesuchten Statisten kamen 280 ins Schauspielhaus. Im ordentlich aufgeheizten Foyer warten die Kunst- und Theater-Freunde im Bademantel auf ihren Einsatz.

Kassel. Wer sich schon immer gefragt hat, wie es wäre, nackt im Staatstheater Kassel zu sitzen, hatte am Mittwochabend die Gelegenheit dazu. Mit einem ungewöhnlichen Aufruf wendete sich das Staatstheaters in Kassel an die Öffentlichkeit: Für einen Videodreh für die Inszenierung von Gombrowicz' Operette suchte das Team um Regisseur Philipp Rosendahl 500 nackte Komparsen (Teilnahme ab 18 Jahren!).

Oder besser gesagt: halbnackt! Mit hautfarbener Unterhose bekleidet, saßen die Freiwilligen im Zuschauerraum – auf denselben Stühlen wie die Besucher der Inszenierung im Januar. Ihnen wird die Videosequenz dann während der Aufführung als virtueller Spiegel vorgespielt, teilt das Staatstheater mit. Premiere feiert die Operette am 19. Januar. Von 500 gesuchten Statisten kamen 280 ins Schauspielhaus. Im ordentlich aufgeheizten Foyer warten die Kunst- und Theater-Freunde im Bademantel auf ihren Einsatz.

Unter ihnen: Magali Suckert und Hannah Bickel aus Witzenhausen. Sie haben den Selbstversuch gewagt. „Ich finde es klasse, man sollte mit Nacktheit viel offener umgehen.“ so Magali. „Nacktsein ist schön und Kunst macht frei, ergänzt Hannah. „Nackt im Theater zu sein, ist schon komisch. Aber unter den ganzen anderen halbnackten fühlt man sich dann gar nicht mehr so nackt. Es ist doch schon, einmal ein Teil einer Inszenierung zu sein“, berichtet ein weiterer Komparse. Während der Aufnahmen im Schauspielhaus war das fotografieren aus Schutz der Privatsphäre nicht gestattet.

Und als Dankeschön für die Komparsen gab es einen Platz auf der Gästeliste zur Premierenparty – auf der können sie natürlich bekleidet erscheinen. „Aber wenn ihr wollt, könnt ihr auch gern nackt kommen.“, scherzte Regisseur Philipp Rosendahl. Nach dem Videodreh konnten die Komparsen, die Lust darauf hatten, noch in einem extra für den Abend neben dem Theater aufgestellten Saunawagen entspannen.

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