Autoinsassen geben sich als Zivilstreife aus und wollen kontrollieren: Festnahme im Rahmen der Fahndung

Am Ostermontagabend täuschten zwei Männer vor, eine Zivilstreife der Polizei zu sein und forderten eine Autofahrerin über eine LED-Laufschrift zum Anhalten auf.

Kassel. Die angehaltene Fahrerin drohte ihnen an, über den Notruf 110 die Polizei zu rufen, woraufhin die falschen Polizeibeamten das Weite suchten. Im Rahmen der Fahndung konnten sie vorläufig festgenommen werden.

Die 19 Jahre alte Fahrerin befuhr gestern Abend gegen 23.40 Uhr die Kronenackerstraße, als hinter ihr ein schwarzer 5er BMW auftauchte, aus dem der Schriftzug "POLIZEI" leuchtete und sie zum Anhalten aufforderte. Zwei junge Männer stellten sich neben sie und forderten sie zur Herausgabe ihres Führerscheins und Fahrzeugscheins auf. Da die Fahrerin das Treiben der Beiden durchschaute und in ihnen falsche Polizeibeamte erkannte, wollte sie über Notruf die Polizei informieren. Daraufhin fuhren die beiden davon. Unmittelbar danach brachte die Frau den Sachverhalt beim Polizeirevier Süd-West zur Anzeige.

Im Zuge der Fahndung erkannten Beamte des Polizeireviers Ost auf dem Parkplatz eines Discounters in der Hafenstraße den BMW und kontrollierten den 21-jährigen Fahrer und dessen 15-jährigen Beifahrer, die beide in Kassel wohnen. Im Fahrzeug fanden die Beamten die Verpackung eines LED-Blinklichts, deren Inhalt allerdings fehlte.

Zunächst stritten beide die "Verkehrskontrolle" in Oberzwehren ab. Zuletzt war es dann der 21-Jährige, der die vorgetäuschte Polizeikontrolle einräumte. Er konnte nach den polizeilichen Maßnahmen das Revier verlassen, während der 15-Jährige von Erziehungsberechtigten abgeholt werden musste. Die Beamten legten gegen die Beiden eine Strafanzeige wegen Amtsanmaßung vor.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Friso Gentsch/dpa

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