Am Bahnhof wird‘s kälter: Nothilfefonds der Bahnhofsmission sind aufgebraucht

Zwei Besucherinnen bei der Ausgabe. Auch hier wichtig: Die Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen.
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Zwei Besucherinnen bei der Ausgabe. Auch hier wichtig: Die Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen.

„Unsere Reserve ist aufgebraucht – wenn wir keine weitere finanzielle Unterstützung bekommen, dann müssen wir das Angebot drastisch reduzieren.“ Nicht nur die Ausgaben für die Nothilfe sind gestiegen, gleichzeitig sind die Spenden eingebrochen. Da kaum oder gar keine Reisehilfen geleistet werden können und kaum Menschen am Bahnhof sind, fällt ein großer Teil der Spenden weg.

Kassel. Seit Beginn der Corona-Krise im März dieses Jahres leistet die Bahnhofsmission Nothilfe für Menschen am Bahnhof. Mit einer finanziellen Hilfe der Diakonie Hessen und der Deutschen Bahn konnten die Menschen, die auf der Straße und in schlechten Wohnverhältnissen leben, die wenig Geld haben und sich mit Flaschensammeln und Betteln über Wasser halten, unterstützt werden. Doch nun sind die Spenden weitestgehend aufgebraucht. Wir sprachen mit Annette Blumöhr, Leiterin der ökumenischen Bahnhofsmission.

lokalo24.de: Auch vor der Bahnhofsmission machen die Auswirkungen der Pandemie nicht Halt. Was hat sich in diesem Jahr geändert? Die Räume der Bahnhofsmission müssen für Besucher geschlossen bleiben, durch die Tür werden aber täglich zwischen 9 und 13.30 Uhr Kaffee, Tee und etwas zu Essen an die Besucher verteilt. Zu Beginn waren zwischen 20 und 25 Gäste an der Bahnhofsmission, in der Zwischenzeit kommen täglich zwischen 30 bis 50 Personen. Der Dienst wird weiterhin überwiegend durch Ehrenamtliche, einen Studenten und eine Bundesfreiwillige aufrechterhalten.

Viele Bahnhöfe sind leer, da auch das Reisen größtenteils eingestellt wurde. Findet man vor Ort dennoch Hilfe? Die Anzahl der Reisehilfen durch die Bahnhofsmission ist deutlich zurück gegangen. Hilfe findet man während der Öffnungszeiten der BM aber auch für Ein,- Um- und Ausstiegswünsche. Insgesamt ist es aber im Blick auf den Reiseverkehr sehr ruhig am Bahnhof.

Kommen vermehrt ‚neue Gesichter‘ in die Bahnhofsmission, da Corona deren finanzielle Lebenslage verändert hat? Es kommen tatsächlich vermehrt „neue Gesichter“ zur Bahnhofsmission. Die Unterstützung wird aber für Leib und Seele benötigt – auch das wird deutlich. Viele sind einsam, können ihren gewohnten Alltag nicht mehr leben, leiden unter den fehlenden offenen sozialen Angeboten.

Wie kann geholfen werden? Wir freuen uns über Spenden, damit wir unser Angebot im nächsten Jahr aufrechterhalten können.

EXTRA INFO: Spendenkonto

Diakonisches Werk Region Kassel, Evangelische Bank e.G., IBAN: DE81 5206 0410 0000 0015 54 oder Caritasverband Nordhessen e.V., Kasseler Sparkasse IBAN: DE37 5205 0353 0000 0189 66 Kennwort jeweils: Corona Hilfe ökum. Bahnhofsmission Kassel

Außerhalb dieser besonderen Situation bietet das Team der Bahnhofsmission Kassel-Wilhelmshöhe für Reisende und Gäste des Bahnhofs Umsteigehilfen, Auskünfte und kleine praktische Hilfen, die Gelegenheit, in angenehmer Atmosphäre einen Tee oder Kaffee zu trinken, einen Mutter-Kind-Raum mit Gelegenheit zum Stillen, Wickeln und Ausruhen, einen Raum für ältere Kinder, um die Wartezeit zu verkürzen, und vieles mehr.

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