Bald Klänge im Musikbunker: 70 neue Proberäume für Kasseler Künstler

Vor dem Hochbunker im Dormannweg: (v.li.) Stadtbaurat Christof Nolda, Kulturdezernentin Susanne Völker, Thilo Trumpoldt, Klaus Macpolowski (beide Rockbüro Kassel) und Rainer Mielke (Investor, Bremen).
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Vor dem Hochbunker im Dormannweg: (v.li.) Stadtbaurat Christof Nolda, Kulturdezernentin Susanne Völker, Thilo Trumpoldt, Klaus Macpolowski (beide Rockbüro Kassel) und Rainer Mielke (Investor, Bremen).
Die Dicke der Bunkerwände kann man anhand der Fenster im Obergeschoss erahnen.
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Die Dicke der Bunkerwände kann man anhand der Fenster im Obergeschoss erahnen.
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Seit 2015 laufen die Planungen zum Umbau des Hochbunkers. Rund die Hälfte der Proberäume sind bereits vermietet.
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Seit 2015 laufen die Planungen zum Umbau des Hochbunkers. Rund die Hälfte der Proberäume sind bereits vermietet.
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Bettenhausen ist um ein weiteres Bunker-Highlight reicher. Nachdem das Schutzgebäude in der Agathofstraße umgebaut werden soll, ist der Hochbunker im Dormannweg schon fast bezugsfertig.

Kassel. Mit dem Babylon-Musikbunker haben der Verein Rockbüro Kassel und das Bremer Investorenduo Claus Freudenberg und Rainer Mielke in den vergangenen beiden Jahren Proberäume für Bands und Künstler geschaffen. „Der Babylon-Musikbunker erhält nun eine entgegengesetzte Nutzung. Früher mussten die Menschen im Bunker Schutz vor der Außenwelt suchen, heute schützt der Bunker die Menschen außerhalb vor der Musik innen – wobei die Klänge der Künstler sicher nicht so schlimm sein werden“, erklärt Investor Rainer Mielke schmunzelnd und weist darauf hin, dass der geschichtsträchtige Hochbunker nun auch als Mahnmal gegen Faschismus dient. So können ab August Künstler verschiedener Genres, Herkunft und Altersklassen gemeinsam musizieren, sich austauschen und „ein kulturelles Netzwerk aufbauen, um den Stadtteil zu beleben“, so Thilo Trumpoldt und Klaus Macpolowski vom Vorstand des Rockbüros, welches schon seit 25 Jahren in Bettenhausen ansässig ist.

Seit 2015 laufen die Planungen zum Umbau des Hochbunkers. Rund die Hälfte der Proberäume sind bereits vermietet.

„Der Babylon Musikbunker setzt hierzu, was die Etablierung von Projekten aus dem Bereich Kultur betrifft, ein deutliches Signal“, wie Stadtbaurat Christof Nolda betont. Nach fast 15-monatigem Umbau und der Modernisierung bietet der ehemalige Zivilschutzbunker das, was viele Kunstschaffende für ihr Schaffen benötigen: 70 Proberäume mit Größen zwischen sechs und 42 Quadratmetern, ein Tonstudio und einen Präsentationsraum.

Die Mieten liegen zwischen 56 und 480 Euro und können auch von mehreren Künstlern geteilt werden, die den Raum gemeinsam nutzen wollen. Die Hälfte der Räumlichkeiten sind mittlerweile schon vermietet. Wer einen Raum sucht, um an seinen Sounds zu feilen, meldet sich per Mail mail@rockbuero-kassel.de im Rockbüro.

EXTRA INFO: Über den Musikbunker

Das Bremer Architektenduo Mielke und Freudenberg ist auf Bunkerumnutzungen spezialisiert und verfügt vor dem Kasseler Projekt bereits über Erfahrungen mit dem Betrieb von „Musikbunkern“. Mit dem Rockbüro Kassel e. V. fanden die Investoren den idealen Partner für den Betrieb des Musikbunkers. Name und Logo „Babylon Musikbunker“ entstanden in Zusammenarbeit mit dem Kasseler Büro Krastev & Krastev und basieren visuell auf dem prägnanten Grundriss des Gebäudes.

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