„Bald wollen alle nach Kassel...

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Chefredakeur Rainer Hahne bezieht sich in seinem Briefwechsel auf einen Artikel der "The Huffington Post". Der schwärmt von der Stadt Kassel...

Briefwechsel.....und die Zeit von Berlin, München und Hamburg ist vorbei.”

Sehr geehrte Nordhessen,mit einem hochspannenden Artikel ist die Zeitung "The Huffington Post” auf die Zukunft der deutschen Städte eingegangen. Das Fazit ist schnell gezogen: Die besten Zeiten der deutschen Großstädte sind vorbei. Dafür nennt die Zeitung elf Gründe.

Uns als Nordhessen interessiert in erster Linie, warum denn ausgerechnet Kassel, aber auch Fulda davon profitieren sollen. Diese Behauptung beginnt mit einem provokanten Satz: "Und wer noch immer über Kassel lacht, hat nichts verstanden.” Was wollen uns diese Worte sagen? Huffington Post zählt auf, was Kassel, was Nordhessen zu bieten hat. Dinge, die wir schon lange wissen, aber noch länger erfolgreich für uns behalten haben: "Die Stadt liegt landschaftlich schön inmitten von Bergen und Wäldern. Und sie hat einen unschlagbaren strategischen Vorteil: Von Nordhessen aus kann man beinahe jede größere deutsche Stadt in etwas mehr als drei Stunden erreichen. Zudem sind die Mieten in Kassel spottbillig. Die Uni boomt. Und dass die Stadt kulturell einiges zu bieten hat, wird spätestens alle fünf Jahre mit der documenta sichtbar.”

Die abschließende Folgerung sollte aber alle Verantwortlichen aufhochen lassen: "Wahrscheinlich gibt es derzeit kaum eine andere deutsche Großstadt, die soviel ungenutztes Potenzial hat.”In der Tat ist es so, dass man sich fragt, wie normale Menschen, Dienstleister wie Putzfrauen, Verkäuferinnen, Polizisten, Müllarbeiter in einer Stadt wie Hamburg, Frankfurt, München überhaupt noch eine einigermaßen bezahlbare Wohnung finden sollen. Unter 3.000 Euro brutto heißt dort: Mehr als eine Studentenbude ist nicht drin.Über die Lage, die in Nordhessen ja bekanntlich gut ist, wie Regionalmanager Holger Schach gebetsmühlenartig wiederholt, brauchen wir da gar nicht zu reden. Berlin liegt fast in Polen, München in Österreich, Köln in Holland und Hamburg an der Küste. Da kann nur Frankfurt mit Kassel mithalten.

Auch die Industriedigitalisierung 4.0 spielt Nordhessen in die Hände. Warum nicht im schönen Ringgau in einem Haus für 30.000 Euro wohnen und von dort aus am Schreibtisch arbeiten? Die Breitbandverkabelung macht das demnächst alles möglich.

Und der Faktor Lebensqualität unterstreicht Nordhessen doppelt und dreifach. Allein die Tatsache, dass die größte Wanderschule Deutschlands nicht in Bayern ist, sondern in Nieste bei Kassel, macht deutlich, was wir für eine phantastische Landschaft haben.Eigentlich habe wir alles, was man zum Leben braucht. Oder?

Mit nordhessischen GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Der Nordhesse gilt ja als Mährekopp. Der KSV Hessen Kassel hat deshalb sogar einen Chefmährer. Doch wegziehen? Höchstens, wenn es die Arbeit erfordern oder man von seinem Kurfürst an die Engländer verkauft wird.

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