Bande ergaunert 300.000 Euro von Rentner

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Kripo fahndet: Mit dubiosen Erbschaftsversprechen betrog eine Bande einen 71-jährigen Rentner um mehrere Hundertausend Euro.

Kassel. Eine bislang unbekannte Bande erbeutete mit einem so genannten Erbschaftsversprechen von dem 71-Jährigen seit 2009 insgesamt etwa 300.000 Euro.

Persönliche Treffen mit vermeintlichem RechtsanwaltDie Tätergruppe agiert nach derzeitigem Ermittlungsstand im afrikanischen Staat Benin. Zwischen dem Opfer und einem Tatverdächtigen der Bande kam es bislang zu drei persönlichen Treffen in Frankfurt und Hofheim, bei denen jeweils ein Rechtsanwalt Buechner erschien.

Die Ermittlungen in diesem Fall ergaben zudem, dass in der hiesigen Region weitere Personen den Machenschaften der Bande zum Opfer gefallen sind. Knapp dreißig Geldtransaktionen in einer Gesamthöhe von mehreren Hunderttausend Euro von verschiedenen Absendern aus Kassel ins afrikanische Benin sind bislang bekannt.

Höchstwahrscheinlich erfolgten deutlich mehr Überweisungen an die Tätergruppierung im Ausland. Die Ermittlungen zu diesen Verfahren dauern an. Die Kripobeamten bitten in diesem Zusammenhang, dass sich mögliche Opfer bei der Kasseler Kriminalpolizei wenden, um weitere Hinweise zu den Tatverdächtigen zu bekommen.

15.000.000 Euro sollten angeblich geerbt werden

Der erste Kontakt zum Opfer erfolgte telefonisch im Jahr 2009. Ihm wurde glaubhaft gemacht, dass ein Großbetrieb verkauft wurde, der Verwandten aus einer früheren Generation gehörte. Der Erlös aus dem Verkauf sei anschließend angelegt worden.

Ein insgesamt 15.000.000 Euro Erbe sollte zur Auszahlung stehen. Drei persönliche Treffen mit dem auf dem Phantombild abgebildeten angeblichen Rechtsanwalt Buechner unterstrich dem Opfer den Wahrheitsgehalt der vorangegangenen telefonischen Versprechen. In der Folgezeit wandten sich die Täter per Email an den heute 71-Jährigen und verlangten Zahlungen zur Freigabe und Überweisung des Erbes. Der Senior beglich bis zum Oktober 2014 Forderungen von Transaktions- und Bereitstellungsgebühren, Rechtsanwaltskosten sowie Steuerzahlungen in einer Höhe von insgesamt über 300.000 Euro. Zum Teil handelt es sich dabei um Geld, dass er sich von Freunden lieh, die er wiederum von den Erbschaftsversprechen überzeugte. Im Oktober 2014 wandte sich schließlich der Rentner an das für Betrug zuständige Kommissariat

Der Betrogene beschrieb den Tatverdächtigen, den er 2009 in Frankfurt und Hofheim traf, wie folgt:Er soll dem aktuellen Bundesaußenminister sehr ähnlich sehen, sei etwa 50 Jahre alt und ca. 1,80 m groß. Das Opfer beschrieb ihn als Deutschen, der dialektfrei sprach. Der Tatverdächtige habe weiße Haare und eine stämmige Figur gehabt und sei Brillenträger. Zudem trug er bei den Treffen jeweils Anzüge.

Die Kasseler Polizei erhofft sich mit der Veröffentlichung der betrügerischen Machenschaften, nicht nur Hinweise zur Klärung des Sachverhalts zu bekommen, sondern auch, um weitere ähnliche Straftaten zu verhindern.

Zeugen, die Hinweise zu dem Mann auf dem Phantombild geben können, oder Opfer, die ebenfalls von der Bande betrogen wurden, melden sich bitte unter 0561 - 9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel.

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