Banges Warten: Enkelin von Kasselern noch immer allein in Afrika

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Kämpfen nun schon seit September dafür, dass sie ihre Enkelin nach Deutschland holen können: Klaus Moser und Elizabeth David.

Klaus Moser und Elizabeth David kämpfen nun schon seit September dafür, dass sie ihre Enkelin nach Deutschland holen können.

Kassel. Ihren fünften Geburtstag musste Tessanne allein in Mombasa/Kenya feiern. „Oma, wann kommst du mich endlich holen?“, fragt sie bei den regelmäßigen Telefonaten mit Großmutter Elizabeth David und Klaus Moser. Doch das Kasseler Paar kann darauf keine Auskunft geben (wir berichteten hier).

„Uns steht das Wasser bis zum Hals. Egal, an wen wir uns wenden, niemand kann oder will uns helfen. Wir haben uns zusätzlich an das Auswärtige Amt gewandt, haben Petitionen geschrieben, doch erhalten keinerlei Rückmeldungen. Noch bis vor kurzem lebten wir von 83 Euro im Monat, da das Jobcenter es nicht auf die Reihe bekam, meine Frau neu zu berechnen“, berichtet Moser von ihrer Misere. Drei Mal schon hätten die beiden Unterlagen beim Jobcenter eingereicht, sogar persönlich abgegeben, doch nie kamen die Unterlagen beim zuständigen Sachbearbeiter an. Bemühungen, die zusätzlich zum Kampf um Tessanne Kraft raubten. Neue Hoffnung macht ihnen nun ein neuer Antrag.

„Um Tessanne nach Deutschland zu holen, sollten wir laut Ausländerbehörde einen Privatmann finden, der eine Verpflichtungserklärung für ihren Aufenthalt hier unterschreibt. Wir hatten auch tatsächlich jemanden gefunden, der uns helfen wollte, doch dieser erfüllte die Voraussetzungen wohl nicht. Rechtsanwalt Muhammad Saukutlu hat uns nun eröffnet, dass wir eine solche Erklärung gar nicht benötigen, sondern einen Antrag für den Familiennachzug stellen müssen, damit Tessanne endlich zu uns kommen kann.“ Auf Nachfrage bestätigt Rechtsanwalt Muhammad Sankutlu das korrekte Vorgehen: „Im Paragraf 36 des Aufenthaltsgesetzes ist der Familiennachzug geregelt und da im Fall der Kasseler Familie die minderjährige Enkelin in Afrika und die sorgeberechtigte Großmutter in Deutschland ist, kann man einen außergewöhnlichen Härtefall annehmen.“

Am 25. März haben Moser und David den Antrag gestellt – gehört haben sie bislang noch nichts. „Der Antrag ist eingegangen. Diese Info haben wir bekommen. Nun warten wir, dass Tessanne endlich bald zu uns kommen kann“, so das Ehepaar.

Nach wie vor ist die kleine Tessanne allein in Afrika, wird von einem Kindermädchen und der Nachbarin betreut – ihren Geburtstag durfte sie immerhin in der Schule feiern.

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