Engel in Rockerkutten: "Barber Angels" kommen nach Kassel

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War zum ersten Mal mit den „Barber Angels“ im Einsatz: „Freddy“ Aslar aus Kaufungen.
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Der Gründer der „Barber Angels Brotherhood“: Claus Niedermaier.
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Der Kaufunger Friseur "Freddy" Aslar schneidet mit der "Barber Angels Brotherhood" Bedürftigen aus ganz Deutschland die Haare - bald auch in Kassel.

Kassel. Sie tragen Rockerkutten, mit Scheren bewaffnet fallen sie in deutsche Großstädte ein und bezeichnen sich selbst als Engel – zurecht.

Die „Barber Angels Brotherhood“ ist seit November 2016 in Deutschland unterwegs und sorgt für Ordnung auf den Köpfen und in den Gesichtern Bedürftiger und Obdachloser. Wie verrückt schneiden sie Bärte und Haare von Menschen, die es sich nicht leisten können zum Friseur zu gehen. „Das ist einfach eine so geile Aktion, ich war das erste Mal mit den Angels in München unterwegs. Klar, war es anstrengend, aber die Leute haben es mir doppelt und dreifach zurückgezahlt, so dankbar waren sie, das war der Wahnsinn“, ist „Freddy“ Aslar vom Frisurenstudio „Freestyle“ aus Kaufungen, auch eine Woche nach seinem Einsatz noch außer sich.

Zusammen mit elf anderen Engeln der Bruderschaft verschönerte er im Juni rund 30 Herren im Männerwohnheim der Heilsarmee in München, nachmittags ging es ins Frauenobdach, wo rund 70 Damen auf die Engel mit den Scherenhänden warteten. „Wir wollen den Obdachlosen und Bedürftigen etwas Gutes tun, ihnen ihr ‘Gesicht zurückgeben’ und ihnen neues Selbstvertrauen schenken“, erklärt Apostel Freddy Aslar, „anfangs waren unsere Kunden zwar noch etwas schüchtern, aber das hat sich schnell gelegt.“

Engel kommen nach Kassel

Die nächsten Einsätze der Engel sind schon geplant – unter anderem in Kassel. Am 24. September werden die Engel um Freddy Aslar in der documenta-Stadt Halt machen. Wo die Bruderschaft dann auf ihre Kunden wartet, steht noch nicht fest.

„Wir wollen die Leute wachrütteln. Jeder kann helfen, jeder mit seinen Möglichkeiten – die Barber Angels schneiden Haare – doch auch andere Berufsgruppen können Gutes tun, das wollen wir deutlich machen“, sagt Gaby Günther von der Presseabteilung der Angels. Zudem sucht die Bruderschaft weitere „Barber Angels“, besonders in Norddeutschland und im Osten, mit dem Ziel, das Projekt dauerhaft in möglichst vielen Städten zu etablieren.

Neben einem coolen Haarschnitt bekommen die Bedürftigen unter anderem noch verschiedene Pflegeprodukte, Nagelpfeile und Kosmetikspiegel geschenkt – finanziert durch Produktsponsoren. Und wer die „Barber Angels“ schon vor ihrem Einsatz in Kassel bei der Arbeit sehen will, sollte das Fernsehprogramm im Auge behalten. Denn am 28. August sendet Arte eine Dokumentation über die Engel mit den scharfen Klingen.

Die Barber Angels

2016 gründete Claus Niedermaier, der Figaro aus Biberach an der Riß, gemeinsam mit befreundeten Kollegen den Club „Barber Angels Brotherhood“. Ihm kam die Idee vor dem Fernseher. Satt und mit seiner Welt zufrieden sah Claus Niedermaier in den TV-Nachrichten einen Bericht über frierende Obdachlose in Deutschland. Er aktivierte befreundete Kollegen, um mit ihnen das erste Konzept zu besprechen – die „Barber Angels Brotherhood“, die mittlerweile rund 50 Mitglieder hat, war geboren. Claus Niedermeier arbeitete unter anderem in London, Paris und Mailand. Seit 1992 betreibt er in Biberach seinen eigene Salon „Figaro Claus“.

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