Berufsfeuerwehr setzt auf Freiwillige im Kampf gegen die Flammen

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Kassel. Berufsfeuerwehrleute bekommen verstärkt Unterstützung von den Freiwilligen. Grund: Ehrenamtlicher Nachwuchs gesucht

Kassel. Seit Jahresbeginn erfolgt eine verstärkte Einbindung der sieben freiwilligen Feuerwehren Kassels bei Einsätzen der Berufsfeuerwehr. Grundlage dafür ist ein neues Konzept, das Bürgermeister Jürgen Kaiser – zugleich Brandschutzdezernent – jetzt gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Kassel, Andreas Giller, und dem Chef der freiwilligen Wehren in Kassel, Stadtbrandinspektor Jörg Straßer, näher vorstellte.

Freiwillige werden automatisch alarmiert

Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Kassel werden nun zu vielen Einsätzen automatisch alarmiert. Zwischen dem 1. Februar und dem 31. Juli 2014 rückten sie zu 174 Einsätzen mit aus. Im gesamten Jahr 2013 war das nur 146 Mal der Fall, 2012 bei 100 Alarmierungen. "Mit den getroffenen Maßnahmen werden die freiwilligen Feuerwehren in Kassel häufiger eingesetzt und dadurch in konstruktiver Weise gefordert ohne die ehrenamtlich Tätigen zu überfordern", sagt Bürgermeister Jürgen Kaiser. Stadtbrandinspektor Straßer ergänzte: "Diese verbesserte Einbindung begrüßen wir uneingeschränkt. Mit den häufigeren Alarmierungen werden die Kapazitäten gut genutzt." Automatisch alarmiert werden die Freiwilligen nun bei Bränden in Gebäuden, bei Sonderobjekten wie beispielsweise Kliniken, Seniorenwohnanlagen und Industrieobjekten oder auch zu Gefahrgutunfällen. "So bekommen die freiwilligen Feuerwehrleute häufiger Gelegenheit, ihre freiwillig für die Sicherheit der Gemeinschaft erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse anzuwenden", erläutert Andreas Giller.  Erst durch die zusätzlich alarmierten Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren können die in den Feuerwehr-Dienstvorschriften verbindlichen Vorgaben zur Personalstärke eines Löschzuges erfüllt werden. Insbesondere bei größeren Schadensereignissen sei die Unterstützung durch die sieben Freiwilligen Wehren mit insgesamt 230 Einsatzkräften eine relevante Größe.

Giller und Straßer wiesen bei der Präsentation des neuen Konzepts auch darauf hin, dass die freiwilligen Feuerwehrleute in aller Regel berufstätig sind. Heute seltener als in früheren Zeiten sei der Arbeitsplatz am Wohnort. Dies führe dazu, dass der Anteil kurzfristig verfügbarer Kräfte bei einer Alarmierung rückläufig sei. Umso wichtiger sei die Nachwuchsförderung, um die personelle Basis zu erhalten. Straßer: "Für das Interesse junger Leute am ehrenamtlichen Brandschutz ist die Attraktivität der  Tätigkeit wichtig. Diese Attraktivität wird durch die verbesserte Einbindung der freiwilligen Wehren in das Einsatzgeschehen maßgeblich geprägt." Bürgermeister Kaiser abschließend: "Dank gebührt aber nicht nur den Mitgliedern der ehrenamtlichen Feuerwehren, sondern auch den jeweiligen Arbeitgebern für die Freistellung der Einsatzkräfte und das Verständnis für die in der Regel plötzliche und nicht planbare Abwesenheit ihrer Mitarbeiter."

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