Besser dunkelrot als zappenduster: Sperrstunde gilt für Kasseler Gastronomie – Tische für maximal fünf Personen

Der Kasseler Gastronom Kostas Vick  Düsseldorfer Hof)erlebte gerade im Urlaub in Berchtesgaden, wie es ist, wenn der Corona-Hammer gnadenlos zuschlägt. Mit den aktuellen Einschränkungen für die Gastronomie für Kassel kann er daher leben.
 Archivfoto: Soremski
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Der Kasseler Gastronom Kostas Vick Düsseldorfer Hof)erlebte gerade im Urlaub in Berchtesgaden, wie es ist, wenn der Corona-Hammer gnadenlos zuschlägt. Mit den aktuellen Einschränkungen für die Gastronomie für Kassel kann er daher leben. Archivfoto: Soremski

Vor allem auf Grund eines größeren Ausbruchsgeschehens in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung HEAE) war die Zahl der Corona-Infektionen in Kassel stark angestiegen, auf einen Wert von über 100. In der Einrichtung hatten sich mindestens 112 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Inzwischen liegt die aktuelle 7-Tage-Inzidenz in Kassel auch ohne Berücksichtigung dieses Ausbruchsgeschehens über dem Schwellenwert von 50.

Kassel. Als wir Kostas Vick, Wirt des Traditions-Lokals „Düsseldorfer Hof“ am Telefon erreichen, ist er auf der Flucht aus dem Krisengebiet. berchtesgarden war das Ziel für die kurze Erholung vor der bevorstehenden Gänse-Saison. „Bis 14 Uhr müssen wir hier raus sein“, sagt er. „Ganz bitter ist das für die Hotels, restaurants und Geschäfte hier“. Den Blick in die Heimat nach Kassel gerichtet, wo die neue Corona-Ampel des Landes Hessen „dunkelrot“ /-Tages Izidenz über 75) zeigt, will er nicht klagen. „Alles ist besser als komplett schließen zu müssen“. Um 23 Uhr wird also der Hahn hochgedreht, es gilt die Sperrzeit bis 6 Uhr. Und nur noch maximal fünf Personen oder zwei Haushalte) dürfen an einem Tisch bewirtet werden. „Das bekommen wir mit unserem Platz im Restaurant gut hin“, versichert Kostas Vick. Sogar Erfreuliches wie das gekippte Beherbergungsverbot haben die Hessen-Regeln für den Betrieb in Wehlheiden. „Grundsätzlich aber tut es mir leid für alle Gastronomen, die nun Einbußen erleiden, nur weil andere Hygiene- und Abstandsregeln nicht ernst genug genommen haben.“ Auch Christian Geselle, der Kasseler Oberbürgermeister, sei zu bedauern. „Der hat sich so sehr für die Gastronomie eingesetzt – die Fehler wurden aber woanders gemacht.“

Das bestätigt Kassels Stadtoberhaupt: „„Ärgerlich ist in besonderem Maße, dass wir einen großen Teil der Infektionen auf sorglosen Umgang Einzelner mit den aktuellen Risiken zurückführen müssen. Eine große Rolle spielen hierbei private Feiern wie Hochzeiten, Geburtstage oder Partys. Diese Entwicklung sehe ich mit großer Sorge. Daher müssen wir Maßnahmen beschließen, die am besten zur aktuellen Situation in Kassel passen“, erläuterte Oberbürgermeister Christian Geselle.

Der am Montag für Kassel veröffentlichte Wert der gemeldeten Corona-Fälle insgesamt ist um 10 gestiegen. Es ist davon auszugehen, dass die 7-Tage-Inzidenz auch im Laufe der Woche bei über 50 – unabhängig von dem Ausbruchsgeschehen in der Flüchtlings-Unterkunft – liegen wird.

Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, hat die Stadt Kassel folgendes beschlossen:

– Die Teilnehmeranzahl bei Zusammenkünften und Veranstaltungen sowie Kulturangeboten wie Theater, Konzerte, Kinos und ähnliches wird von bisher 250 auf 100 Personen reduziert. Eine höhere Teilnehmeranzahl unterliegt dem Vorbehalt einer behördlichen Gestattung.

– Für private Feiern gilt eine Beschränkung von 10 Personen.

– Für Feiern in privaten Räumen, insbesondere in Wohnungen, wird eine Höchstteilnehmerzahl von 10 Personen dringend empfohlen.

Kassels Oberbürgermeister abschließend: „Der Lockdown im Frühjahr war für uns alle eine einschneidende Erfahrung. Wir müssen unbedingt verhindern, dass das öffentliche Leben erneut derart zum Erliegen kommt. Deshalb müssen wir alle unseren Teil dazu beitragen, dass Geschäfte und Gastronomie und dass insbesondere unsere Schulen und Kindergärten geöffnet bleiben, dass die Krankenhäuser und Arztpraxen nicht überlastet werden und dass wir unsere Angehörigen in Alten- und Pflegeeinrichtungen besuchen können.“

Corona-Pandemie: Grün, gelb, Orange, Rot und Dunkelrot – das ist neu im hessischen Ampelsystem

Die Zahlen in Klammern geben immer den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen an.

Grün Inzidenz <20) – Keine Änderungen

Gelb Inzidenz >20) – Öffentliche Veranstaltungen: Genehmigungen für öffentliche Veranstaltungen sind grundsätzlich mit einem Widerrufsvorbehalt für den Fall steigender Infektionszahlen zu verbinden. – Kontrollen: Ordnungsämter müssen die Einhaltung der Maßnahmen verstärkt kontrollieren. – Gesundheitsämter: Es muss ein Personalbestand von fünf Mitarbeitenden pro 20.000 Einwohnern zur Kontaktpersonennachverfolgung sichergestellt werden.

Orange Inzidenz >35) – Öffentliche Veranstaltungen: Nicht mehr als 150 Teilnehmende. Ausnahmen müssen vom Gesundheitsamt unter Anwendung eines Hygienekonzepts genehmigt werden. Bereits erteilte darüberhinausgehende Genehmigungen sind zu überprüfen und ggf. zu widerrufen. – Maskenpflicht: Die Verpflichtung zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes wird ausgeweitet auf die Bereiche Vergnügungsstätten bspw. Freizeitparks), überall außerhalb des eigenen Sitzplatzes bei öffentlichen Veranstaltungen, in der Gastronomie, in Kirchen und vergleichbaren Räumen. Patientinnen und Patienten müssen bei einem Transport eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. – Private Feiern in angemieteten oder öffentlichen Räumen: Höchstteilnehmerzahl von 25 Personen oder zwei Hausständen). – Feiern in privaten Räumen: Höchstteilnehmerzahl von 15 Personen oder zwei Hausständen) dringend empfohlen. – Sperrstunde: Für gastronomische Einrichtungen und Vergnügungsstätten wird den Städten und Gemeinden eine Schließung von 23 bis 6 Uhr empfohlen. – Kontrollen: Weitere Verstärkung der Kontrolltätigkeit der Ordnungsämter hinsichtlich der Einhaltung der Corona-Maßnahmen.

Rot Inzidenz >50) Zu den strikten Beschränkungen im Alltag wie auch der engen Abstimmung mit dem Land kommen jetzt hinzu: – Maskenpflicht: Bei öffentlichen Veranstaltungen, in öffentlichen Einrichtungen, bei Trauerfeierlichkeiten, in Kirchen und vergleichbaren Räumlichkeiten muss zusätzlich auch am eigenen Sitzplatz eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Für besonders belebte Straßen und Plätze ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung mindestens zu empfehlen. In ambulanten Pflegediensten und Werkstätten für Menschen mit Behinderung gilt Maskenpflicht. – Private Feiern in angemieteten oder öffentlichen Räumen: Höchstteilnehmerzahl von 10 Personen oder 2 Hausständen). – Feiern in privaten Räumen: Höchstteilnehmerzahl von 10 Personen oder zwei Hausständen) dringend empfohlen. – Sperrstunde und Verbot von Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit: Für gastronomische Einrichtungen und Vergnügungsstätten ist eine Schließung von 23 bis 6 Uhr festzulegen. Der Konsum im öffentlichen Raum und die Abgabe von Alkohol zum Sofortverzehr ist zwischen 23 und 6 Uhr verboten. – Öffentliche Veranstaltungen: In der Regel nicht mehr als 100 Teilnehmende. Bereits erteilte darüberhinausgehende Genehmigungen sind zu überprüfen und ggf. zu widerrufen. Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes. – Ordnungsämter: Fokussierung der Tätigkeit der Ordnungsämter hinsichtlich der Einhaltung der Maßnahmen.

Dunkelrot Inzidenz >75 oder bei weiterem kontinuierlichen Anstieg über zehn Tage über 50) – Kontaktbeschränkungen: Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Hausständen treffen. – Öffentliche Veranstaltungen: Bereits erteilte oder noch zu erteilende Genehmigungen für öffentliche Veranstaltungen sind mit einem strengen Maßstab zu überprüfen und ggf. zu widerrufen.

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