Bessere Luft: Kassel bleibt deutlich unter Schadstoff-Grenzwerten

Zu den Grenzwerten zählen unter anderem die Werte für Stickoxide und Feinstaub.
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Städtische Maßnahmen zur Luftreinhaltung hatten bereits ab 2017 dazu beigetragen, dass Kassel den Grenzwert einhält, zunächst allerdings nur knapp. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 sank der Wert indes um ca. 20 Prozent - eine deutliche Unterschreitung. (Symbolfoto)

Im zweiten Jahr in Folge zurückgegangen ist die Schadstoffbelastung der Luft durch Stickstoffdioxid und Feinstaub in Kassel.

Kassel. Damit wurden die EU-Grenzwerte 2021 wie schon im Vorjahr deutlich unterschritten. Hauptursache für diese Rückgänge dürften die Auswirkungen der Corona-Pandemie insbesondere auf das Verkehrsaufkommen sein.

Im Jahresmittel sank die Belastung durch Stickstoffdioxid in Kassel auf 29,6 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³). Der EU-weite Grenzwert liegt bei 40 µg/m³. Städtische Maßnahmen zur Luftreinhaltung hatten bereits ab 2017 dazu beigetragen, dass Kassel den Grenzwert einhält, zunächst allerdings nur knapp. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 sank der Wert indes um ca. 20 Prozent - eine deutliche Unterschreitung. Um genau diese 20 Prozent ist im gleichen Zeitraum auch die Verkehrsmenge insgesamt zurückgegangen, obwohl die Zulassungszahlen gestiegen sind. Gründe für das Minus beim Verkehr waren unter anderem die Regelungen zum Homeoffice in der Arbeitswelt und die Kontaktbeschränkungen.

Vergleich der Feinstaub-Belastung jeweils am 1. Januar der letzten Jahre an der Station Fünffensterstraße und Hinter der Komödie.

Bedeutung der Verkehrswende

„Die letzten beiden Jahre waren in vielerlei Hinsicht nicht vergleichbar und ich hoffe, dass wir die Pandemie endgültig hinter uns lassen“, so Umwelt- und Verkehrsdezernent Christof Nolda. „Eine Erkenntnis ist hingegen deutlich: Wesentliche Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität ist die Verkehrswende. Die Folge ist weniger Lärm und ein aktiveres, gesünderes Lebensumfeld. Mehr Fahrrad- und Fußverkehr, mehr ÖPNV und der Umstieg auf E-Mobilität ist Kassels Weg zu mehr Lebensqualität und Klimaneutralität.“

Ähnlich war die Entwicklung 2021 auch bezüglich des zweiten wichtigen Schadstoffparameters, des Feinstaubs. Es wurden nur wenige Überschreitungen des Grenzwerts von 50 µg/m³ im Tagesmittel registriert. Auffällig ist, dass der Neujahrstag, anders als sonst, diesmal nicht dazugehörte – eine positive Auswirkung der Kaufeinschränkungen von Feuerwerkskörpern.

In den Monaten Februar und März führte eine spezielle Wetterlage („Sahara-Staub“) dazu, dass Feinstaub-Gehalt den Grenzwert überschritt: viermal an der Station Fünffensterstraße und einmal an der Station Hinter der Komödie. Insgesamt sind allerdings 35 Überschreitungen pro Jahr zulässig.

Bemühungen müssen weitergehen

An der Verbesserung der Luftqualität gilt es dabei weiter zu arbeiten. Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse der letzten 20 Jahre zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Schadstoffbelastung, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO deutlich niedrigere Werte u.a. für Stickstoffdioxid und Feinstaub (10 µg/m³ bzw. 15 µg/m³). Im Herbst 2022 wird die EU-Kommission eine Änderung der Luftqualitätsrichtlinie vorschlagen. Die Grenzwerte sollen sich dabei den Richtwerten der WHO annähern. Deutschland hat angekündigt, diese Novellierung der Luftqualitätsrichtlinie zu unterstützen.

Vergleich der Stickstoffdioxidbelastung der letzten Jahre an der Station Fünffensterstraße und Hinter der Komödie.

Zum Hintergrund: Maßgeblich sind die Messungen an der verkehrsbezogenen und somit höchstbelasteten Luftmessstation an der Fünffensterstraße. Repräsentativ für die Hintergrundbelastung in Kassel ist die Messstation Hinter der Komödie.

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