Bier fürs Fegen

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Kassel. Kehren bald in Kassel Alkoholiker die Straßen – und bekommen dafür Bier? Wenn es nach einem Antrag der Kasseler CDU-Fraktion geht, schon!

Kassel. Man sieht sie nicht nur auf dem Lutherplatz, sondern im ganzen Stadtbild verteilt: Menschen aus der Trinkerszene, die sich in Gruppen treffen, um ihrer Sucht nachzugehen.

Damit diese Menschen nicht noch weiter isoliert werden, regt die Kasseler CDU-Fraktion ein soziales Projekt an, das  sich kurios anhört, aber in Amsterdam und Essen bereits Erfolge feiert: Um Alkoholikern wieder eine feste Tagesstruktur zu geben, sollen sie als Straßenreiniger tätig sein – und mit Bier sowie einem kleinen Obulus entlohnt werden. "Bürgermeister Jürgen Kaiser nimmt bezüglich Trinkerszene und Trinkerraum schon lange den Mund voll. Aber passieren tut letztendlich groß nichts", so Stefan Kortmann, CDU-Vorsitzender des Arbeitskreises für Sicherheit. "Wir fordern daher den Magistrat auf, das Projekt zu prüfen."

Der Trinkerszene könne damit eine gewisse Tagesstruktur gegeben werden und die Leute würden motiviert, eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu spielen.

Bei den vergleichbaren Projekten in Amsterdam und Essen arbeiten die Suchtkranken freiwillig eine gewisse Zeitpro  Woche als Straßenreiniger und bekommen dafür ein paar Euro Lohn und Bier. Darin, dass die Süchtigen mit Bier entlohnt werden, sieht Kortmann kein Problem: "Trinken tun sie so oder so. Mit Hilfe des Projekts bekommen die Süchtigen aber wieder eine gewisse Struktur, werden wieder in die Gesellschaft integriert und nicht ausgegrenzt." Weiterer Vorteil sei, dass so auch Plätze, an denen die Süchtigen ihren Müll hinterlassen, vermehrt aufgeräumt werden können. Jeder habe etwas von dem Projekt. Die Teilnehmer lungerten nicht länger rum, hätten eine Aufgabe und bekämen auch noch einen Lohn.

"Wir fordern ja derzeit auch nicht, dass das Projekt sofort in die Tat umgesetzt wird. Wollen aber einen Denkanstoß geben. Es soll geprüft werden, ob sich das Projekt in Kassel einführen lässt", so Kortmann.  Am Donnerstag wird der Antrag der CDU in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Recht, Sicherheit, Integration und Gleichstellung geprüft.

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