Biergärten werden vergrößert: Stadt Kassel sperrt Samstagabend einen Teil der Friedrich-Ebert-Straße

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Am Samstagabend wird die Friedrich-Ebert-Straße zwischen den Haltestellen Karthäuser- und Annastraße gesperrt, um den Gastronomien eine größere Verkaufsfläche zu bieten. Archivfoto: Soremski

Die Stadt Kassel sperrt am Samstagabend einen Teilbereich der Friedrich-Ebert-Straße. Damit können die Gastronomien entlang der Meile ihre Biergärten vergrößern. Keinesfalls sollen sich nun aber Menschenmassen bilden. Funktioniert das Modell, könnte die Fritze häufiger zum Teil gesperrt werden.

Kassel. Im ersten Moment fühlt man sich an die Fußball WM erinnert, doch die Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße an diesem Wochenende hat diesmal einen ganz anderen Grund. Denn mit dem geschaffenen Platz können die Biergärten der Gastronomen erweitert werden, keinesfalls sollen mehr Menschen als in den vergangenen Wochen auf die Fritze gelockt werden.

„Die Friedrich-Ebert-Straße ist mit ihrer vielfältigen Gastronomieszene an den Sommer-Wochenenden ein beliebter Anlaufpunkt“, erläutert Oberbürgermeister Christian Geselle. „Mit der Sperrung für den Auto- und Nahverkehr können sich die Menschen besser verteilen, um sich an belebten Plätzen und Engstellen nicht zu nahe kommen zu müssen.“ Ursprünglich war geplant, die Friedrich-Ebert-Straße bereits letzten Samstagabend (15.Juli) zu sperren. Der Termin wurde dann aber um eine Woche verschoben.

Abstandsregeln gelten weiter - Entwicklung der Infektionen ausschlaggebend

Die bisherigen Erfahrungen mit dem Biergarten vor der Alten Hauptpost seien laut der Stadt Kassel positiv verlaufen, weshalb nun an diesem Wochenende die vorübergehende Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße erprobt wird. Sollte das Wetter nicht mitspielen, soll die Straße in Absprache mit den Gastronomen nicht gesperrt werden. Diese Entscheidung wird am Freitagmittag getroffen. Ausschlaggebend ist aber in erster Linie die Entwicklung der Infektionen mit dem Coronavirus in der Stadt Kassel.

Ebenfalls wird weiterhin auf die Einhaltung der Abstandsregeln geachtet. Sollte die Sperrung den erhofften Effekt der Entzerrung bringen, könnte den Gastronomiebetrieben auch an weiteren Wochenenden die Möglichkeit gegeben werden, ihre Wirtschaftsgärten mit zusätzlicher Außenbestuhlung zu erweitern, heißt es seitens der Stadt.

„Wir schauen genau hin bei diesem Test und haben die klare Erwartung sowohl an die Betriebe als auch an die Gäste, dass Abstandsregelungen eingehalten und unkontrollierte Menschenansammlungen verhindert werden“, sagt Geselle. Gerade weil die Zahlen der Neuerkrankungen zuletzt wieder gestiegen seien, müsse das Hauptaugenmerk dem Infektionsschutz gelten.

„Mit der Sperrung eines Teilstücks der Friedrich-Ebert-Straße testen wir, ob sich das Risiko von Infektionen verringern lässt, indem wir mehr Platz schaffen“, sagt Geselle. Also Ausgehen ja – aber mit Vorsicht und Bedacht, könnte das Motto am Samstag lauten oder wie Christian Geselle sagt: „Die Friedrich-Ebert-Straße ist mit Abstand die beste Meile!“

Autofahrer werden umgeleitet

Aus Richtung Ständeplatz führt die Umleitung über Bürgermeister-Brunner-Straße, Kölnische Straße und Querallee, aus Richtung Bebelplatz und Goethestraße über Westerburgstraße, Königstor und Karthäuser Straße zurück zur Friedrich-Ebert-Straße. Empfohlen wird die direkte Nutzung der Wilhelmshöher Allee und der Kölnischen Straße.

Die Straßenbahnen der Linien 4 und 8 werden ab 20 Uhr, bis Betriebsschluss in beiden Richtungen über die Wilhelmshöher Allee umgeleitet.

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